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fprechenderen Würdigung müffen dann vielmehr in dendas Kaifertum dem Papfltum gegenüber accentuierendenSchriften gefucht werden, die auch zur Zeit Heinrichs IV. nichtfehlten. Aber feit Gregor VII. war auch die antikaiferlichePartei im Klerus allgemeiner verbreitet und mächtiger ge-worden. Die Ehren der höchftgebietenden Macht in derChriftenheit, fand man, gebürten tatfächlich mehr als demKaifer,’ dem von Rom aus die Kirche in allen Reichenleitenden Papfltum. Unter den Staufern erneuerten lieh dieKämpfe zwifchen der Kaifer- und Papftmacht in höchfterSpannung der Gegenfätze und unter Friedrich II. mit demErfolg fcheinbarer Vernichtung des deutfehen Kaifertumes.
So erklärt fich, dafs auch in der weiteren Tradition derGefchichtfchreibung die Kaiferfympathien nur geteilte find.
Zwar tritt ein neuer Umfchwung infofern hervor, als die vonder Juriftenfchule zu Bologna ausgebildete neue Staats- undRechtsanfchauung fich damals allgemeiner verbreitete. Fortan •
gilt bei den Chroniflen ohne Ausname das deutfehe Kaifer-tum als Fortfetzung des Römifchen 14 ); aber fo wenig damitjener näheren Beftimmung des deutfehen als original fränki-fchen Kaifertumes fchlechthin fchon präjudiciert war, fo vielweniger noch war für die Folgezeit der Standpunkt gefiebert,den grofsen Staufer als Erneurer des deutfehen Kaifertumesmit vollbewufst Römifchem Machtanfpruch in der Erinnerungbewahrt zu fehen. So treu und fpecififch den Staufern er-geben wie etwa die Marbacher Annalen 15 ) find wenigandere. Schon der unmittelbare Fortfetzer der ChronikOtto’s v. Freifing unterfcheidet fich fehr wefentlich davon.
Der Unterfchied der deutfehen Stämme und das traurig alte
Reichserbe des Partikularismus machte fich zu entfeheidend
dagegen geltend. Die Alemannen auch hatten fich allezeit
ihrerfeits fremder zu den Sächfifchen Kaifern geflellt und jl *
hielten felbft mehr auf die alten Carolingertraditionen l(i ).
Das zalten ihnen wieder die Sächfifchen Gefchichtfchreiber