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grade mit bewufstem Gegenfatz gegen die Franken. EinCollectivname aber fehlte anfangs wirklich. Dazu kommt,dafs es ja auch diesfeit des Rheines Franken gab und nichtnur die erften Königswalen ausfchliefslich von Franken undSachfen vollzogen oder entfchieden wurden, fondern alsfpäter die andren deutfchen Stämme auch teilnamen, flehdas Sächfifche Kaiferhaus grade wieder mit einem Frän-kifchen ablöfle. In welchem Mafse aber die alten Tradi-tionen an fich Macht übten, zeigt am bellen Otto’s I. Krönungals König. Auf altfränkifchem Boden, in Aachen, unddem entfprechend felbft in fränkifchem Gewände, mufsteder die Weihe empfangen, der als König „fränkifches Recht“übte, welchem Stamm er auch fonfl angehören mochte. Daswill zum Verliändnis der fpäteren Irrungen im Bewufstfeinerhalten fein.
Aber hatte denn nicht Deutfchland inzwifchen durchOtto I. grade eine alle andren Reiche in der Welt überbietendeEinheitsllellung gewonnen, und diefes eben nur unter fchwerenKämpfen mit den weftfränkifchen Nachbarn? Wärend indiefem Frankenreich damals die Monarchie ein Spott undSpielball war für die ihr dem Namen nach unterworfenenGrofsen des Landes; wärend der deutfche Kaifer derSchiedsrichter unter diefen und des Schattenkönigs Ludwig,feines Schwagers, einziger Halt fein mufste: follte da nichtbillig das felbftändig geeinigte deutfche Reich auch einfelbftändiges Bewufstfein feiner Andersart gewonnen haben? —Unter Heinrich III. lteigerte fich das Hochgefül des deut-fchen Kaifertums bereits bis zur Idee der chriftlichen Welt-herrfchaft. Wenn Otto III. über phantaftifchen Plänen einerWiedererweckung Römifchen Kaiferglanzes brütete, fo warendas eben Träume und mehr noch byzantifche als romanifcheFictionen. Heinrich III. dagegen handelte durchaus mitRealitäten, und ganz in deutfcher Art und deutfchem Reichwurzelte die Kraft, mit der er dem Paplle gebot und Frank-