v. Viterbo, als Hiftoriker Otto nicht zu vergleichen, aberan allgemeiner Verbreitung ihn eher übertreffend, teilt diefeAnfchauungen, oder nimmt fie vielmehr wörtlich von Ottoherüber; und wenn lieh beide dabei mit dem Bilde einerzeitweiligen Eclipsis des Kaifertums zu helfen fuchen, foverfUirkt das unglücklich gewälte Bild offenbar nur denHauptfatz, dafs das originalfränkifche Kaifertum in Deutfchlandals folches, nur in erneuertem Glanze, fich fortfetze. Unterdiefen Umftänden gewinnt auch das charakteriftifche SchweigenEckehard’s in feiner Chronik über die ganze Frage um fomehr an Bedeutung, als er gelegentlich auch nur von Verfalldes Reiches zu reden weifs 11 ). Und wenn man damals mehrerft anfieng univerfalgefchichtliche Gefichtspunkte geltend zumachen, deren Eigentümlichkeit grade bei Otto v. Freifingfchwer in die Wage fällt, fo erwies üch die dort feftgeftellteTradition eben auch in der unmittelbaren kaiferlichen Um-gebung fo hartnäckig, dafs der Kanzler undMarfchall Otto’sIV,Gervasius v. Tilbury, noch 1212 in feinen otia imperialiaganz harmlos entwickeln darf, das Kaifertum fei vom Papfleeinmal den Franken verliehen worden und diefen eigen-tümlich. Für das 12 . Jahrhundert felbft find daneben Expec-torationen über die ungemeffenen Anfpriiche der Kaifer, wiedie des fonft immerhin unparteilich zu nennenden Gerhohv. Reichersberg charakteriflifch 12 ).
Der Name „ Deutfche “ als Gefammtbezeichnung kamja erfl fpät in Deutfchland (um IOOO) und früher als dort inItalien auf. Vorher galt der gemeinfame Name nur derSprache; politifch überwog das Stammesbewufstfein. Machtefich doch nach dem Tode Ludwigs d. Kindes auch dieMeinung geltend, dafs die einzelnen Stämme unter ihrenHerzogen eines einigenden Königtums gar nicht bedürften.Als die Sachfen dann dem deutfehen Reich die erflen Kaifergaben, fo fahen jedenfalls ihre Gefchichtsfchreiber diesKaifertum auch nur als ein Sächfifches an und ihrerfeits