Zwölfter Gesang.
311
84 .
Ein lautes Lob verfolgt von beiden Seiten ihn,
Ihn, der an Anstand und an StärkeDen besten, die der ritterlichen WerkeBisher gepflegt, weit überlegen schien.
Schel sehend stand am Ziel, auf seinem stolzen Roß,
Der Ritter, der in diesen dreien TagenDes Rennens Preis davon getragen,
Und mit den Fürsten sah der Kaiser aus dem Schloß.
85 .
Herr Hüon neigt, nach ritterlicher Weise,
Sich vor dem Kaiser tief, dann vor den Damen undDen Richtern — tummelt drauf im KreiseDen muth'gen Hengst herum, und macht dem Sieger kund,Daß er gekommen sei, den Dank ihm abzujagen.
Er sollte zwar erst Stand und Namen sagen:
Allein sein Schwur, daß er ein Franke sei,
Und seines Aufzugs Pracht, macht vom Gesetz ihn frei.
86 .
Er wiegt und wählt ans einem Haufen SpeereSich den, der ihm die meiste SchwereZu haben scheint, schwingt ihn mit leichter Hand,
Und stellt, voll Zuversicht, sich nun an seinen Stand.
Wie klopft Amandens Herz! wie feurige GebeteSchickt sie zu Oberon und allen Engeln ab,
Als itzt die schmetternde Trompete
Den Ungeduldigen zum Rennen Urlaub gab!