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Oberon.
9 .
Es war in jedem Theil, was je die PhantasieDer Alkamenen und LysippenSich als das Schönste dacht' und ihren Bildern lieh;Es war Helenens Brust, und Atalantens Knie,
Und Leda's Arm, und Erigonens Lippen.
Doch bis zu jenem Reiz erhob die Kunst sich nie,
Der stets, sobald dazu die Lust in ihr erwachte,
Sie zur Besiegerin von allen Herzen machte.
10.
Der Geist der Wollust schien alsdann
Mit ihrem Athem sich den Lüften mitzutheilen,
Die um sie säuselten. Von Amors schärfsten PfeilenSind ihre Augen voll, und wehe dann dem Mann,
Der mit ihr kämpfen will! Denn, könnt' er auch entgehenDem feurig schmachtenden Blick, der ihn so lieblich kirrt,Wie wird er diesem Mund voll Lockungen, wie wirdEr seinem Lächeln widerstehen?
11 .
Wie dem Sirenenton der zauberischen Stimme,
Der des Gefühls geheimste Saiten regt?
Der in der Seele Schooß die süße Täuschung trägt,
Als ob sie schon in Wollnstseufzern schwimme?
Und wenn nun, eh' vielleicht die Weisheit sich's versah,Verräthrisch jeder Sinn, zu ihrem Sieg vereinigt,
Den letzten Augenblick der Trunkenheit beschleunigt:
O sagt, wer wäre dann nicht seinem Falle nah?