Zehnter Gesang.
257
51 .
Angst, Frende, Lieb'und Schmerz, malt, während Fatme spricht,Sich wechselsweis' in Hiions Angesicht.
Daß es Amande sei, scheint ihm, je mehr er denket,
Je minder zweifelhaft. Es zeigt sich sonnenklar,
Daß Oberon, wiewohl noch unsichtbar,
Die Zügel seines Schicksals wieder lenket.
Wohlan denn, Freunde, rathet nun,
Was meinet ihr? was ist nunmehr zu thun?
52.
Dem Sultan mit Gewalt Amanden zn entreißen,
Das wurde Roland selbst nicht wagen gut zu heißen,Erwiedcrt Scherasmin; wiewohl es rathsam ist,
Uns insgeheim, ans alles was geschehen
Und nicht geschehen kann, mit Waffen zu versehen.
Doch vor der Hand versuchen wir's mit List!
Wie, wenn ihr, da ihr euch doch nicht des Grabens schämet,Bei Ibrahim als Gärtner Dienste nähmet?
53.
Gesetzt, er macht auch Anfangs Schwierigkeit,
Er sieht euch schärfer an und schütteltSein weises Haupt; mir ist dafür nicht leid:
Ein schöner Diamant hat manches schon vermittelt.Laßt diese Sorge mir, Herr Ritter! Zwischen heutUnd morgen sehn wir euch, trotz aller Schwierigkeit,Zn einem Gärtnerschurz betitelt;
Das weitre überlaßt dem Himmel und der Zeit.
17