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Oberon
Entstehung
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236
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Oberon.

54 .

Sie hatten kurz zuvor, um Wasser einzuuehmen,

Vor Anker hier gelegt, und waren noch damitBeschäftigt: als, mit schnell gehemmtem Schritt,

Auf einmal eine Frau vor ihre Augen tritt,

Gemacht beim ersten Blick die schönsten zu beschämen.Erstaunen schien sie alle schier zu lähmen,

An diesem öden Ort, den sonst der Schiffer fleucht,Ein junges Weib zu sehn, die einer Göttin gleicht.

55 .

Der Schönheit Anblick macht sonst rohe Seelen milder,

Und Tiger schmiegen sich zu ihren Füßen hin:

Doch diese fühlen nichts. Ihr stumpfer NäubersinnBerechnet sich den Werth der schönsten Frauenbilder(Von Marmor oder Fleisch, gleich viel!) mit kaltem BlutBloß nach dem Marktpreis, just wie andres Kaufmannsgut.Hier, ruft der Hauptmann, sind zehntausend SultaninenMit einem Griff, so gut wie hundert, zu verdienen.

56 .

Auf, Kinder, greifet zu! So ein Gesicht wie dießGilt uns zu Tunis mehr als zwanzig reiche Ballen:

Der König, wie ihr wißt, liebt solche Nachtigallen;

Und dieser wilden hier gleicht von den Schönen allenIn seinem Harem nichts. Ihr reicht Almansaris,

Die Königin, so schön sie ist, gewiß

Das Wasser kaum. Wie wird der Sultan brennen!

Der Zufall hätt' uns, traun! nicht besser führen können.