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Oberon.
81 .
Von neuem Muth fühlt er sein Herz geschwellt.
Ein Weib wie dieß ist mehr als eine Welt.
Mit hoher himmelathmendcr WonneDrückt er dieß volle Herz an ihre offne Brust,
Rust Erd' und Meer, und dich, allsehende Sonne,
Zn Zeugen seines Schwurs: „Ich schwvr's auf diese Brust,Den heiligen Altar der Unschuld und der Treue,
Vertilgt mich, ruft er ans, wenn ich mein Herz entweihe!
82 .
„Wenn je dieß Herz, worin dein Name brennt,
Der Tugend untreu wird, und deinen Werth verkennt,Dich je, so lang' dieß Prüfungsfeuer währet,
Durch Kleinmuth quält, durch Zagheit sich entehret,
Je lässig wird, geliebtes W^ib, für dichDas äußerste zu leiden und zu wagen:
Dann, Sonne, waffne dich mit Blitzen gegen mich,
Und möge Meer und Land die Zuflucht mir versagen!"
83 .
Er sprach's, und ihn belohnt mit einem neuen KußDas engelgleiche Weib. Sie freun sich ihrer Liebe,Und stärken wechselsweis' einander im Entschluß,
So hart des Schicksals Herr auch ihre Tugend übe,Mit festem Muth und eiserner GeduldAuf bess're Tage sich zu sparen,
Und blindlings zu vertrann der allgewaltigen Huld,Von der sie schon so ost den stillen Schutz erfahren.