Druckschrift 
Oberon
Entstehung
Seite
158
Einzelbild herunterladen
 

158

Oberon.

3 .

Indessen liegt mir ob, den Kaiser sehn zu lassen,

Daß ich mein Wort erfüllt. Du bist mein Lehensmann,Vollbringe du für mich, was ich nicht selber kann;

Besteige flugs die eine der Pinassen,

Die nach Marseille steurt; bann eile sonder NastNach Hof, und übergieb, den Kaiser zu versöhnen,

Dieß Kästchen mit des Sultans Bart und Zähnen,

Und sag' ihm an, was du gesehen hast:

4 .

Und daß, sobald ich erst des heil'gen Vaters SegenZu Rom geholt, mich nichts verhindern soll.

Die Sultanstochter auch zu Füßen ihm zu legen.

Fahr wohl, mein alter Freund! der Wind bläst stark und voll,Die Anker werden schon gelichtet,

Glück auf die Reis', und, hast du mein Geschäft verrichtet,So komm und suche mich zu Rom im Lateran;

Wer weiß, wir langen dort vielleicht zusammen an.

Der treue Alte sieht dem Prinzen in die Augen,

Wiegt seinen grauen Kopf, und nähme gar zu gern

Die Freiheit, seinen jungen Herrn

Mit etwas scharfem Salz für diese List zu laugen.

Doch hält er sich. Das Kästchen, meint er zwar,

Hätt' ohne Uebelstand noch immer warten mögen,

Bis Hüon selbst im Stande war

Dem Kaiser in Person die Rechnung abzulegcn.