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Oberon
Entstehung
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155
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Sechster Gesang.

155

102 .

Und wenn dieß edle Paar schuldloser reiner SeelenUm Liebe alles gab, und unter jedem HiebDes strengesten Geschicks, auch wenn bis au die KehlenDas Wasser steigt, getreu der ersten Liebe blieb;Entschlossen, eh' den Tod in Flammen zu erwählen,

Als ungetreu zu sein selbst einem Thron zu Lieb':

Titania, ist dieß, ist alles dieß geschehen,

Dann werden wir uns Wiedersehen I

103 .

So sprach der Geist und schwand aus ihrem Blick.Vergebens lockte sie mit liebevoller Stimme,

Nachfliegend, ihn in ihren Arm zurück!

Nichts kann des raschen Worts, das er in seinem GrimmeGesprochen, hätt' er gleich es selber nun beweint,

Nichts kann ihn seines Schwurs entbinden,

Bevor, nach dem Beding, der ganz unmöglich scheint,

Zwei Liebende, wie cr's verlangt, sich finden.

4 .!

104.

Seit dieser Zeit hat bis zu unsern Tagen

Sich Oberon in eigener Gestalt

Nie mehr gezeigt, und (wie die Leute sagen)

Bald einen Berg, bald einen dicken Wald,

Bald ein verlaßnes Thal zu seinem AufenthaltGewählt, wo Liebende zu stören und zu plagenAll sein Vergnügen ist: und daß er nur für euchDas Gegentheil gethan, ist einem Wunder gleich.