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Oberon
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Oberon.

57 .

Ein junger Edelknecht, in Gangolfs Schloß erzogenUnd über seinen Stall gesetzt,

Wird itzt zum ersten Mal betrachtenswerth geschätzt.Er hatte zwar schon lange sich verwegen,

Mit schmachtender Begier die Dame anzusehn,

Und oft gesucht ihr'« mündlich zu gestehn,

Doch, da sie stets dem Anlaß ausgebogen,

Auch wieder ehrfurchtsvoll zurücke sich gezogen.

58 .

Jetzt aber, da Verdruß und GramUnd lange Weil' bei Tag, und noch langweil'gers WachenBei Nacht, Zerstreuungen ihr zum Bedürfnis; machen,Kein Wunder, daß sie jetzt die Sache anders nahm.

Es däucht ihr hart, in ihren schönsten TagenSo gänzlich allem Trost des Lebens zu entsagen:

Und Walter, dessen Blick nun wieder Muth bekam,

War unermüdet, sich zum Tröster anzutragen.

59 .

Sein Eifer wächst je mehr er Raum gewinnt.

Er fleht; sie weigert sich: doch unvermerkt entspinntSich ein Verständniß zwischen ihnen,

Wovon die Augen bloß die Unterhändler sind;

Denn Gangolf war nicht an den Ohren blind,

Und öfters kann ein Ohr für hundert Augen dienen.Der Alte spitzt die seinen gleich und lauschtWenn von Rosettens Kleid nur eine Falte rauscht.