132
Oberon.
33 .
Im Spiegel seiner eignen JugendSieht er nur allzu gut was beide nicht mehr sahn;Sieht, einer Motte gleich, die unerfahrne TugendSich ahnungslos der schönen Flamme uahn.
Wie lieblich zieht der Glanz, die sanfte Wärme an!Durch ihre Unschuld selbst betrogenUmtaumelt sie das Licht in immer kleinern Bogen,Und Plötzlich ach! verbrennt sie ihre Flügel dran.
34 .
In dieser Noch läßt der getreue Alte
(Mit Fatmen insgeheim zu diesem Zweck vereint)
Nichts unversucht, was ihm ein Mittel scheint,
Daß wenigstens bis Rom des Ritters Weisheit halte;Ihm fällt bald dieß bald jenes ein,
Sie zu beschäftigen, zu stören, zu zerstreun;
Zuletzt schlägt er, da alle Mittel fehlen,
Zur Abendkürzung vor, ein Mährchen zu erzählen.
35 .
Ein Mährchen nennt er es, wiewohl es freilich mehrAls Mährchen war. Ihm hatt' es ein KalenderZu Basra einst erzählt, als er die MorgenländerNach seines Herren Tod durchirrte, lang' vorherEh' in die Kluft des Libans aus den WogenDer stürmevollen Welt er sich zurückgezogen:
Und da es itzt in ihm gar lebhaft sich erneut,
Glaubt er, es sei vielleicht ein Wort zu rechter Zeit.