Fünfter Gesang.
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45 .
Umsonst! des Satans Wuth und DräunNimmt überhand, die Heiden dringen ein.
Der Ritter läßt sein Schwert vergebens blitzen,
Noch hält ihm Rezia den Arm. Ihr ängstlich SchreinDurchbohrt sein Herz. Was bleibt ihm sie zu schützenNoch übrig, als sein Horn von Elfenbein?
Er setzt es an den Mund, und zwingt mit sanftem HaucheDen schönsten Ton ans seinem krummen Bauche.
46 .
Auf einmal fällt der hoch gezückte StahlAus jeder Faust; in raschem Taumel schlingenDer Emirn Hände sich zu tänzerischen Ringen;
Ein lautes Hussa schallt bacchantisch durch den Saal,Und Jung und Alt, was Füße hat, muß springen;Des Hornes Kraft läßt ihnen keine Wahl:
Nur Rezia, bestürzt dieß Wunderwerk zu sehen,Bestürzt und froh zugleich, bleibt neben Hüon stehen.
47 .
Der ganze Divan dreht im Kreis
Sich schwindelnd um; die alten Bassen, schnalzen
Den Takt dazu; und, wie auf glattem Eis
Sieht man den Imam selbst mit einem Hämmling walzen.
Noch Stand noch Alter wird gespart;
Sogar der Sultan kann der Lust sich nicht erwehren,
Faßt seinen Großwessier beim Bart
Und will den alten Mann noch einen Bockssprnng lehren.