Zweiter Gesang.
43
45.
Das Klostervolk schleicht sich beschämt davon.
Drauf spricht der schöne Zwerg mit Freundlichkeit zum Alten:Wie? Alter, immer noch des Argwohns düstre Falten?Doch, weil du bieder bist, verzeiht dir Oberon.
Komm näher, guter alter Zecher,
Komm, fass' ein Herz zu mir und fürchte keinen Trug!
Du bist erschöpft; nimm diesen BecherUnd leer' ihn aus auf einen Zug.
4S.
Mit diesem Wort reicht ihm der ElfenkönigEin Trinkgeschirr von feinem Gold gedreht.
Der Alte, der mit Noth auf seinen Beinen steht,
Stutzt, wie er leer es sicht, nicht wenig.
Ei, ruft der Geist, noch keine Zuversicht?
Frisch an den Mund, und trink, und zweifle nicht!
Der gute Mann gehorcht, zwar nur mit halbem Willen,Und sieht das Gold sich flugs mit Wein von Langon füllen.
47.
Und als er ihn auf einen Zug geleert,
Jst's ihm, als ob mit wollustvoller HitzeEin neuer Lebensgeist durch alle Adern blitze.
Er fühlet sich so stark und unversehrt,
Als wie er war, da er, in seinen besten Jahren,
Mit seinem ersten Herrn zum heil'gen Grab gefahren.
Voll Ehrfurcht und Vertrauen fällt er dem schönen ZwergZu Fuß und ruft: Nun steht mein Glaube wie ein Berg!