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Die Zeit des französischen Übergewichtes
rüstete sich zum Kriege, um, wie es sagte, die Wahlfreiheit Polens auf-recht zu erhalten. So suchte man die aus der einseitigsten Berechnungäußeren Vortheils hervorgehende Handlungsweise durch vorgegebeneZurückführung auf höhere Grundsätze zu beschönigen. In gleicher Artbehauptete Spanien, das nun eine Gelegenheit zu Ausführung seinerPläne in Italien gekommen sah, durch die Verwandtschaft seines unddes französischen Königshauses zur Ergreifung der Waffen gegen Oest-reich gezwungen zu sein. Mit den beiden bourbonischen Höfen verbandsich nach der herrschenden Gewohnheit, was Vortheil versprach, für rechtzu halten, der König Karl Emanuel III. von Sardinien, der an seinesVaters Victor Amadeus' II. Stelle durch dessen Rücktritt gekommen war,jetzt aber denselben, da dieser einen Versuch zur Wiederbesteigung desThrones gemacht hatte, als Staatsgefangenen verwahrte. Er sah voraus,daß Oestreich, das auf den Krieg nicht vorbereitet war und von seinenBundesgenossen im Norden nur wenig Hülfe gegen seine Feinde er-warten durfte, Verluste erleiden würde, und gedachte mit einem Theilederselben seinen Staat zu vergrößern. Vergebens suchte Oestreich Bei-stand bei seinen früheren Verbündeten, den Seemächten, welche die ganzeEinmischung in die polnischen Angelegenheiten gemißbilligt hatten.
35. So entbrannte der Krieg im Jahre 1733 im Norden und imSüden Europa's. Im Norden entschied schnell das Einrücken russischerHeere in Polen für die Herrschaft Augusts, wenn einem Könige vonPolen überhaupt eine Herrschaft zustand. Frankreich versäumte es,seinem Schützlinge, der sich durch Deutschland insgeheim nach Polenbegeben hatte, durch eine Landung im polnischen Preußen zu helfen.Er mußte sich daher nach Danzig zurückziehen und flüchtete sich im Jahre1734, nachdem eine endlich bei Weichselmünde erschienene französischeHülfe ihres Zweckes verfehlt hatte, nach Marieuwerder und von danach Königsberg, wo er unter preußischem Schutze blieb, während Dan-zig an die Russen überging. Vorher schon hatte der König vonPreußen sich der Sache der Verbündeten etwas entfremdet, da er denneuen König August nicht geneigt fand, ihm die gehofften Vorthcilc zugewähren, und da der russische Oberbefehlshaber Münnich in dem zwi-schen preußischen Gebieten gelegenen Theile Polens mit einer Preußenbeeinträchtigenden Rücksichtslosigkeit verfuhr. Das Verlangen der Kai-serin Anna, daß Leszinskp ihr ausgeliefert werden solle, vermehrte dieMißstimmung, und Friedrich Wilhelm blieb als parteiloser Zuschauerunter den Waffen stehen. Der Krieg endete in dem Lande, aus demseine Veranlassung gekommen war, mit der Anerkennung Augusts, derdurch seine Persönlichkeit das ohnehin aller Macht entkleidete polnischeKönigthum noch unbedeutender machte und sich möglichst viel außerhalbPolens in seinem Stammlandc Sachsen aufhielt. Für ihn regierte in