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Die Ki'rchenticimung in England, im Norden und in Polen.
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Die Kircheiltremttmq in England, im Norden und in Polen.
1. Nicht minder als die Geschicke Deutschlands wurden die derübrigen zur abendländischen Christenheit gehörigen Staaten zum großenTheile durch das Verhalten bestimmt, welches dieselben der Kirchcn-trennung gegenüber beobachteten. In Frankreich fand zwar im ZeitalterKarls die Lehre Calvins Eingang, aber noch gelaugten ihre Anhängernicht dazu, eine geschlossene Partei zu bilden und einen Gegensatz indein Staate hervorzurufen. Eine Menge von Umständen, welche inDeutschland der Begründung des neuen Kirchenthums förderlich gewesen,waren nicht vorhanden. Es war hier nicht jene Vermischung weltlicher undkirchlicher Gewalt, wie sie in Deutschland durch das Bestehen der geist-lichen Fürstenthümer gegeben war. Daher waren auch weder die Ge-brechen, die dem Angriffe auf die Kirche zum Vorwände dienen konnten,noch die Gebrechen, welche deren Widerstandskraft minderten, so groß undverbreitet, und es fehlte ein Theil der Versuchungen, welche die deut-schen Fürsten hatten, durch Anschluß an die Bewegung ihre Macht zuvergrößern. In Deutschland hatte auch die Vielheit der Gewalten demFortgange der neuen Lehre gedient, da sie in einem staatlich für sichabgeschlossenen Gebiete, was auch außerhalb desselben ihr zuwider ge-schehen mochte, festen Fuß fassen konnte, um von da aus bei gegebenerGelegenheit weitere Verbreitung zu gewinnen. Dagegen blieb sie inFrankreich, wo sie sich auch festsetzen mochte, schwach und ohne thätlicheUnterstützung wegen der Einheit der Negierung, die, von einem Mittel-punkte ausgehend, nach allen Richtungen und bis zu allen Grenzengleichförmig wirkte. Auch waren die Beschwerden, die in Deutschlanddurch beständige Wiederholung eine dem päpstlichen Stuhle ungünstigeStimmung erweckt hatten, durch die besondere Stellung, welche die Ne-gierung Frankreichs gegen denselben eingenommen, bedeutend vermindertworden. Dazu kam, daß die Lehre Calvins in viel größerer Strengedie Folgerungen aus den neu aufgestellten religiösen Grundsätzen gezo-gen hatte und daher den Bruch mit der Kirche in viel augenfälligererWeise ankündigte, so daß sie viel weniger solche, welche es nicht aufeigentliche Trennung abgesehen hatten, allmälig und unvermerkt auf dieneue Bahn zu führen vermochte. Auf der pyrenäischen Halbinsel wardie Anhänglichkeit an die Kirche zu sehr mit der Thätigkeit, welche seitJahrhunderten den eigentlichen Inhalt für das Leben der Staaten ge-bildet hatte, verwachsen, als daß die neue Lehre einer ihr entsprechendenNeigung hätte begegnen können. Auch richtete sich, wo Spuren einer