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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Die Stacüsumwälzung in England.

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X VVI

Die Staatsumwälzung in England.

1. Zur Zeit, da in Deutschland der durch die Kirchentrennung ver-ursachte Kampf tobte, sah die Welt in England ein anderes blutigesNachspiel derselben, in welchem die neuen von ihr hervorgerufenen An-sichten sich auf dem staatlichen Gebiete bis zu ihren äußersten Folge-rungen verwirklichten. Es standen sich hier nicht die katholische unddie protestantische Religion im Kampfe gegenüber, sondern zwei ent-gegengesetzte Richtungen des Protestantismus stritten um Geltung miteinander. Der Kampf mußte sich auf das staatliche Gebiet versetzen,da das höchste kirchliche Ansehen für das Königthum in Anspruch ge-nommen worden war und dieses dadurch sich von allen und jedenSchranken befreit glaubte. Derjenige Theil der Protestanten, der daskirchliche Ansehn des Königthnms nicht anerkannte, erschien nicht bloßdem Königthume selbst als der gefährlichste Feind, sondern ward, indemer dessen kirchliches Recht bestritt, eben weil er es im Namen der Re-ligion that, zur Ausbildung einer Ansicht geführt, für welche auch dievor der Kirchenspaltung unbedingt anerkannten Rechte des Königthumsungültig wurden. Die Lehre von der Nechtmäßigkeit des Widerstandesgegen die königliche Gewalt war die Vorstufe zu der Lehre, daß dieQuelle der Gewalt der Wille des Volkes sei, und diese Lehre hat ihreäußerste Anwendung in dem furchtbaren Ereignisse, daß ein Volk überseinen König zu Gerichte sitzt, ihm das Todcsurtheil spricht und esvollzieht. In demselben Lande, wo Elisabeth sich der Mitbewerberin umden Thron durch Anwendung gerichtlicher Formen entledigt, borgt nunauch der Aufruhr, um den schwersten Streich zu führen, den Scheineines rechtlichen Verfahrens.

2. Schon König Jakob war in seiner Ansicht von der Höhe derköniglichen Würde soweit gegangen, daß er die Rechte des Volkes fürwiderrufliche Rechte erklärte, deren Geltung von dem Willen des Königsabhänge. Je weniger das Gewicht seiner Persönlichkeit zu solchen Be-hauptungen stimmte, desto mehr forderten sie den Widerspruch herausund weckten das Volk zur Wachsamkeit. Die Spannung des Königsmit dem Volke wurde dadurch gesteigert, daß ein Günstling des Königs,der Herzog von Buckingham, als der Urheber einer zugleich gehaßtenund verachteten Regiernngsweise erschien. Hinsichtlich der Zukunft warenBesorgnisse dadurch erweckt worden, daß der Thronfolger Karl sich eineTochter des Königs Philipp III. von Spanien zur Gemahlin ausersab.In Spanien war man zu einer solchen Verbindung geneigt, da man