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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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und der von den Vortheilen des Handels bestimmten Staatskunst. 819

zu wählen. Die benachbarten Staaten hatten aber auf den im Innernzerrissenen Staat schon längst ihre Blicke gerichtet, um dessen Schwächefür sich auszubeuten. Der Köniz von Preußen sehnte sich nach derErwerbung des polnischen Preußens, durch welches sein Preußen vonPommern getrennt war. Rußland, wo auf Katharina Peter II., derSohn des unglücklichen Alerei, und auf diesen, da er der letzte männ-liche Sprosse des Hauses Romanow gewesen, die Nichte Peters I.,Iwans Tochter Anna (17301740), gefolgt war, sah sich durch denGang seiner Entwicklung so nach Westen gedrängt, daß ihm Polen dieMittel zu Vergrößerung seines Gebietes liefern zu müssen schien. Aufjeden Fall aber mußten die Nachbarn nach der eigennützigen Staatskunstder Zeit Polen in seiner Schwäche zu erhalten und ihm einen von ihnenmöglichst abhängigen König zu verschaffen bemüht sein. Mancherleiauf solche Ziele gerichtete Unterhandlungen hatten schon vor AugustsTode theils unter den benachbarten Mächten, theils zwischen diesen undihm selbst stattgefnnden. Dieses Spiel war um so verwickelter gewesen,als diejenigen, welche durch ihren Vortheil gleichmäßig zur Aufmerksam-keit ans die polnischen Angelegenheiten getrieben wurden, sich auch untereinander mit Mißtrauen beobachteten und daher auch einzeln auf beson-der» Wegen ihren Vortheil zu wahren suchten. Nebenher führte Au-gust auch Unterhandlungen mit Frankreich, um einerseits für denschlimmsten Fall einen Schutz gegen seine Nachbarn zu haben und an-derseits bei dem bevorstehenden Tode Kaiser Karls VI. seinem Hauseeinen Antheil an der Erbschaft ungeachtet des von seiner Schwieger-tochter desfalls geleisteten Verzichtes zu sichern. Der Gedanke an eineThcilung Polens hatte die Nachbarmächtc schon beschäftigt, und nament-lich hatte der König von Preußen deshalb mit August selbst unterhan-delt, der nach Abzug eines preußischen, eines östreichischen und einesrussischen Antheils für den Rest ein erblicher König werden sollte. Dochche dieser Plan zur Reife gediehen, war der König gestorben, und estrat ein vorher geschlossener Vertrag in Kraft, nach welchem die dreiNachbarmächte jeden: von Frankreich unterstützten Bewerber um diePolnische Krone entgegen sein wollten. Nun war die Mehrheit derPolen einig, nur einen Polen zu wählen, und erhob den gewesenenKönig Stanislaus Leszinsky zum zweiten Male auf den Thron, wäh-rend eine kleine Gegenpartei Augusts Sohn August III. wählte. Diedrei Nachbarn, denen August wegen seiner Unbedeutendheit und wegender Kleinheit seiner Partei der genehmere war, erklärten sich für den-selben, weil sie verpflichtet seien, die polnische Verfassung zu schirmen,die durch Erhebung eines schon einmal vom Throne ausgeschlossenenKönigs verletzt werde. Frankreich aber, das an dem Schwiegervaterseines Königs einen Bundesgenossen im Osten Europa'ö zu haben hoffte,