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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Frankreich in der Zeit der durch die Kirchentrennung rc.

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VRIII

Frankreich in der Zeit der durch die Kirchentrennung veran-laßten inneren Kriege.

1. In Frankreich konnte der Protestantismus in der Form, die erdurch Lutster erstatten, nicht eindringen. Desto entschiedeneren Eingang fanddie kalvinische Lcstre, die aus dem französisch redenden Tsteile der Schweizkam und durch die schroffere Scheidung von der Kirche der bei denFranzosen, wie bei den übrigen romanischen Völkern, vorstandenen Nei-gung zu küstnem Fortschritt im Verneinen mestr entsprach. Die An-hänger der neuen Lestre tsteilten sich, wie anderswo, nach den Beweg-gründen, durch welche sie derselben zugefüstrt wurden, in zwei Klassen.Während ein Tsteil bei den in der Kirche vorstandenen Mängeln vondem Anschlüsse an die neue Lestre eine gründlichere Befriedigung desreligiösen Bedürfnisses erwartete und an die Verheißungen von einerZurückführung der Kirche zu ursprünglicher Reinheit, von einer Besei-tigung menschlicher Satzungen wirklich glaubte, gab es Andere, die sichdurch die Aussicht auf größere Ungebundenstes, durch einen Trieb zurAuflehnung gegen unbequeme Vorschriften und durch den Reiz der Neu-heit angezogen fühlten. Die Negierung des Königs Franz I. stattemittelbar den Boden für Aufnahme der neuen Lestre bereiten helfen.Er übte gegen die Kirche eine Willküstr, welche deren Thätigkeit nurstemmen konnte, da sein Eingreifen in die kirchlichen Angelegenheitennach ganz andern als kirchlichen Rücksichten erfolgte und die Bischöfe,die er nach dem mit Leo X. geschlossenen Concordate der Kirche gab,derselben weder größere Achtung noch größere Wehrhaftigkeit verschafften.Die Calvinisten zeigten nun zwar die Entschiedenheit ihres Meisters auchin der Rücksichtslosigkeit ihres Auftretens gegen die Kirche, und die Kund-gebungen ihrer Abneigung gegen dieselbe wurden so schnell Vergehungengegen die öffentliche Ordnung, daß die Befürchtung des Königs, ausder religiöse» Neuerung eine Saat bürgerlicher Unruhen erwachsen znsehen, sich steigerte und ihn zu Maßregeln der Strenge aufforderte. Jegewaltsamer und blutiger er aber in der Unterdrückung der Calvinistenzu Werke ging, desto mehr Theilnahme wandte sich der Sache der lei-denden Partei zu, und die Sache, welche durch den König vertheidigtwerden sollte, befand sich insofern im Nachtheile, als der üppige undschwelgerische Hof des Königs nicht in Achtung stehen konnte. Zugleichwußten einzelne Mächtige, die sich der Neuerung zugeneigt hatten, ihreGenossen gegen die angeordnete Verfolgung zu schützen. So machtedes Königs Schwester Margaretha, die mit Heinrich II. von Navarra,

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