und der von den Vortheilcn des Handels bestimmten Staatskunst. 813
Söhne, denen die Söhne des Königs aus erster Ehe die Aussicht aufNachfolge in Spanien benahmen, mit Fürstenthümern ausgestattet zusehen wünschte. Oestreich, auf dessen Kosten das Alles geschehen sollte,war nicht lange nach Beendigung des Erbsolgekrieges in einen neuenKrieg mit den Türken verwickelt worden. Diese hatten im Jahre 1714den Venetianern den Krieg erklärt und ihnen sofort Morea nebst den imKarlowitzer Frieden ihnen gebliebenen Seeplätzen von Kandia entrissen.Da der Bruch des Karlowitzer Friedens auch in Oestreich Besorgnißerregte und dessen Hülfe von Venedig gesucht wurde, schloß im Jahre1716 der Kaiser mit der Republik ein Bündniß, worauf alsbald einAngriff Seitens der Türken erfolgte. In dem neuen Türkenkriegeärntete Eugen abermals reichliche Lorbeeren durch die Siege, die erüber größere türkische Heeresmassen erfocht. Auf die spanischen Pläneaber wirkte dieser Krieg nicht nur in sofern, als die Beschäftigung desKaisers durch den östlichen Feind ein günstiger Umstand war, sondernAlberoni erhielt auch, da er an dem Kampfe gegen die Türken Theilnehmen zu wollen vorgab, von dem Papste die Erlaubniß, von denGeistlichen Gelder zu diesem Zwecke zu erheben, die er zu den Rüstun-gen gegen Oestreich verwendete. Inzwischen zeigte sich die Türkei inFolge eines großen Sieges, den Eugen im Jahre 1718 bei Belgraderfochten und durch den er diese wichtige Stadt, die Hauptstadt Ser-viens, gewonnen hatte, zum Frieden geneigt, der auch noch im näm-lichen Jahre in dem wenige Meilen östlich von Semendria gelegenenPassarowitz abgeschlossen wurde. Dieser Friedensschluß war für Oest-reich äußerst vortheilhaft, indem er alle die Länder, die es im Laufe desKrieges erobert hatte, das Banat oder den südöstlichsten Theil Ungarnsmit der Hauptstadt Temesvar, die Walachei bis zur Aluta oder diekleine Walachei, Servien nebst dem, was die Türken noch in Slavonienbesessen hatten, und einem Theile Kroatiens, unter seine Herrschaft stellte.Venedig aber mußte ans den Besitz Morea's verzichten, für dessen Be-völkerung seine Verwaltung so drückend gewesen war, daß dieselbe gernunter türkische Herrschaft zurückkehrte. Für Alberoni, der seinen erstenSchlag schon geführt hatte, war außer der Hoffnung, Oestreich durchdie Türken beschäftigt zu sehen, noch eine andere vereitelt. Er hatteeine Verbindung mit England gesucht. Aber obgleich König Georgderselben geneigt war, ging man dort, indem man dem königlichenWillen nur noch sehr wenig Geltung gelassen hatte, auf den Antragnicht ein, weil man durch eine Verbindung mit Spanien in FrankreichBesorgnisse zu erregen fürchtete, die dieses zur Unterstützung des soge-nannten Prätendenten, des Sohnes Jakobs II., veranlassen könnten.Der Prätendent hatte schon gleich nach Georgs Thronbesteigung einenVersuch zur Wiedergewinnung der väterlichen Herrschaft gemacht. Eine