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Die Zeit des französischen Übergewichtes
übrigen Feinden Schwedens zu trennen. Die neuen kriegerischen An-strengungen waren gegen Dänemark gerichtet nnd sollten dieses durchEroberung Norwegens demüthigen. Doch diese Unternehmung endete,nachdem sie seit dem Jahre 1716 wenig Erfolg gehabt, im Jahre 1718die Laufbahn des Königs. Er eröffnete den dritten der gegen Norwegengerichteten Feldzüge mit Belagerung der im Süden Norwegens gegenSchweden hin gelegenen Grenzsestung Friedrichshall, die er schon indem ersten vergeblich belagert hatte. Während dieser zweiten Belage-rung wurde der König, wahrscheinlich durch Jemanden aus seiner Um-gebung, erschossen. Daß im folgenden Jahre Görz, der die Seele derVerwaltung gewesen, einer Anzahl von Staatsverbrechen angeklagt undzum Tode verurtheilt wurde, war ein deutliches Zeichen von dem Da-sein einer Partei, die sich heftig nach einer Veränderung in den Ver-hältnissen des Staates gesehnt hatte. Eine große Veränderung folgteauch dem Tode des Königs, da der Adel die einst an Karl XI. ver-lorene Macht im vollsten Maße wiedergewann. Die Schwester desKönigs, Ulrike Eleonore, die mit Uebergehung des von der älterenSchwester Hedwig Sophia abstammenden Herzogs Karl Friedrich vonHolstein-Gottorp den Thron bestieg, erhielt in der That nur sehrgeringe Macht, und als sie im Jahre 1720 die Negierung ihrem Ge-mahl Friedrich von Hessen-Kassel übertrug, mußte dieser von den Reichs-ständcn bei der Bestätigung sich neue Beschränkungen gefallen lassen.Die neue Negierung Schwedens verließ bei ihren Bemühungen umFrieden den von Görz cingcschlagenen Weg, den mächtigsten der Gegnerzuerst abzufinden. Sie brach die mit Peter begonnenen Unterhandlun-gen ab, und man schloß zuerst Frieden mit dem Könige Georg vonEngland. Derselbe behielt als Kurfürst von Hannover gegen die be-dungene Geldsumme die schwedischen Besitzungen an der Weser. Dannerkannte man den König August von Polen an, wogegen dieser deinGegenkönige eine Geldsumme zahlen und demselben die Beibehaltungdes königlichen Namens bewilligen sollte. Es folgten Preußen undDänemark, von denen das erstere den von ihm besetzten Theil Vorpom-merns von Stettin bis an die Peene nebst den beiden Inseln Usedomund Wollin erhielt, das letztere seine Eroberungen gegen eine Geldent-schädigung zurückgab. Am ungünstigsten fiel Schwedens Friede mit demZaren aus, der im Unwillen auf die neue Regierung, um sie zum Frie-den zu zwingen, die nordwärts von Stockholm gelegene Landschaft Up-land durch ein gelandetes Heer furchtbar hatte verwüsten lassen. Indem zu Nystadt in Finnland im Jahre 1721 geschlossenen Frieden gingder Zar mit dem größten Gewinne aus dem großen Kriege hervor, in-dem er von allen ehemals schwedischen Gebieten nur Finnland und einenTheil Kareliens zurückgab. Er hatte sein Reich als die Hauptmacht