und dcr von den Vortheilcn des Handels bestimmten Staatskunst. 809
nung, daß in der Umgebung des Sultans eine Umstimmung zu seinenGunsten erfolgen werde. Peter wendete sich nach Polen, um die schwe-dische Partei daselbst vollends zu unterdrücken. Von hier aus reichte erauch seinen beiden Verbündeten die Hand, die ungeachtet des HaagerConcerts die schwedischen Besitzungen an der Ostsee und an der Weserangrifscn. Die Schweden, außer Verbindung mit ihrem Könige,suchten ihre Besitzungen in Deutschland dadurch zu retten, daß sie die-selben parteilosen Mächten zur Verwahrung übergaben. So kamPreußen im Jahre 1713, nachdem auf Friedrich I. dessen Sohn FriedrichWilhelm I. gefolgt war, doch endlich in Verbindung mit SchwedensFeinden. Es erhielt unter Zustimmung des Zaren und des Königs vonPolen das Recht, Stettin bis zum dercinstigcn Frieden zu besetzen.Kurz vorher war ein schwedisches Heer, das bei Gadebusch in Mecklen-burg die Dänen geschlagen hatte und dann in Holstein cingerückt war,nach dem Eintreffen sächsischer und russischer Truppen in Tönningen ander Mündung der Eider eiugeschlossen worden und hatte nur durch Ver-zichten auf ferneren Kampf sich befreien können. Zugleich gewannendie Verbündeten einen neuen Genossen an dem Kurfürsten Georg vonHannover, seit dem Jahre 1714 auch König von England, indem Däne-mark die Hcrzogthümer Bremen und Verden, die es schon erobert hatte,ihm für eine Geldsumme zu überlassen versprach. Während Schwedenin Deutschland so bedrängt war, verlor cs auch Karelien und Finnlandan die Russen.
29. Endlich kam Karl, den man fast vergessen hatte, aus Demotikabei Adrianopel, das ihm die Türken zuletzt als Aufenthaltsort ange-wiesen, im Jahre 1714 durch Ungarn und Deutschland nach Stralsund.Die Nachricht, daß man in Schweden seiner Schwester Ulrike Eleonoredie königliche Gewalt zu übertragen beabsichtige, hatte sein hartnäckigesZaudern besiegt. Der Krieg dcr Verbündeten ging fort, und Preußentrat wegen Karls Weigerung, für Uebergabe Stettins die aus dessenVerwahrung verwendeten Kosten zu ersetzen, entschieden ans deren Seite.Im Jahre 17l5 wurde die Insel Rügen durch ein von dem FürstenLeopold von Dessau geführtes, von Dänen und Sachsen verstärktespreußisches Heer erobert, und Stralsund, aus welchem der König sichnach Schweden ciuschifste, mußte sich, wie im folgenden Jahre Wismar,an die Verbündeten ergeben. Schweden hatte Alles, was es jenseitsdes Meeres besaß, verloren, und die Erschöpfung, an der es litt, schienseine Lage rettungslos zu machen. Dennoch trug sich Karl in derHoffnung, eine letzte Anstrengung werde auf den Abschluß eines Frie-dens noch günstig einwirken können, mit neuen Plänen, und der jüngstin seine Dienste getretene Minister Görz wußte neue Mittel zur Krieg-führung zu schaffen und suchte durch Unterhandlung den Zaren von den
52 «