740 Der dreißigjährige, der französisch-spanische re.
damit nicht eine Alleinherrschaft auf der Ostsee seine Handelsfreiheitstöre. Beide Staaten bearbeiteten in Vereinigung mit den Niederlän-dern zu Haag die Bedingungen für die Beruhigung des Nordens, undder Tod des Schwedenkönigs im Jahre 1660 beschleunigte den Abschlußdes Friedens. Zuerst verglichen sich Polen und Schweden zu Oliva beiDanzig, indem Schweden allen Rechten auf Preußen entsagte und derKönig von Polen alle Ansprüche auf Schweden und Lifland aufgab.Der Kaiser und der Kurfürst traten dem Frieden, bei und gaben das,was sie den Schweden in Pommern genommen hatten, zurück. Rußlandverglich sich in der Folge mit den beiden Staaten besonders, indem esan Schweden die in Lifland gemachten Eroberungen herausgab, das denPolen Entrissene aber behielt und sich mit ihnen in die Herrschaft überdie Kosaken so theilte, daß der Dnjepr die Grenze bildete. Darauffolgte der Friede von Kopenhagen, in welchem Schweden an DänemarkDrontheim und Bornholm zurückgab. Für Dänemark knüpfte sich andie Errettung aus der Gefahr auch eine das Reich innerlich stärkendeVeränderung, indem die Aufopferung, mit welcher sich der Schlaffheitdes Adels gegenüber die übrige Bevölkerung zur Verteidigung um denKönig geschaart hatte, auch diese Bevölkerung gegenüber dem Adel festeran den König knüpfte. Da sich der Eigennutz des Adels, der den Königdurch Wahlkapitulation beschränkte, für das Reich verderblich gezeigthatte, wurde fetzt die Wahlkapitulatiou aufgehoben und die königlicheGewalt für eine unumschränkte und zugleich erbliche erklärt. WieDänemark, so war auch Preußen aus dem Kriegssturme gerettet. Eskostete zwar noch einige Zeit, bis der Kurfürst den Ständen des Her-zogthums gegenüber sich in Besitz der Hoheitörechte setzte, die er ausdem Vertrage zu Wehlau herleitete. Doch indem er die Stände trennte,die einen durch Einschüchterung, die andern durch Beschwichtigung ausden Reihen seiner Gegner entfernte, gelegentlich auch zur Gewalt schritt,brach er einen Widerstand, der aus der nicht ungegründeten Besorguißhervorgegangen war, durch das Erlöschen der polnischen Hoheit untereine weit fühlbarere Herrschaft gekommen zu sein. Es war durch dieVerbindung der bedeutenden brandenburgischen Besitzungen in Deutsch-land mit einem außerdeutschcn Staate der Grund zu einer Macht gelegt,die bei der fortschreitenden Lockerung des Neichsverbandes in ihrem Be-reiche alle Neichsgewalt in Vergessenheit bringen mußte. Zur Befesti-gung dieser neuen Macht trug auch die im Jahre 1666 erfolgte Been-digung des Streites mit Pfalz-Neuburg bei, welches Jülich und Bergbehielt, während Cleve, Mark und Ravensberg dem Kurfürsten ver-blieben.