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Der dreißigjährige, der französisch-spanische
Fuß der Karpathen wurde, während Johann Kasimir in Schlesien eineZuflucht suchte. Dieser rasche Umsturz des Reiches vereitelte auch denPlan des Kurfürsten, mit Hülfe der Stände des polnischen Preußenseine selbstständige Stellung einzunehmen. Er mußte sichs gefallen lassen,nachdem sein Lehensverhältniß zu Polen durch dessen Vernichtung auf-gehoben schien, für sein Hcrzogthum Lehensmann des Schwedenkönigszu werden. Doch sehr schnell wandten sich die Sachen in Polen. DieUmstände, welche den einheimischen König an Verthcidigung seinesReiches gehindert hatten, hinderten den fremden an Befestigung undBehauptung seiner Herrschaft. Der Kurfürst wollte sich nicht auf dieSeite der aufgestandenen Polen stellen, weil zu befürchten war, daßvon ihrer Seite Preußen bei einem Frieden aufgeopfcrt würde. Erfügte sich daher dem Willen des Schweden, schloß mit demselben einBündniß zu Herstellung des Friedens in Polen und gab sowohl demKönige von Polen als dem Kaiser davon Kenntniß. Während die ausder Blüthezeit der Hansa noch mächtig gebliebene Stadt Danzig sich imNorden allen Anstrengungen der Schweden zum Trotze auf polnischerSeite behauptete, rückte ein polnisches Heer, durch Tartaren verstärkt,von Süden her gegen Warschau vor, das die Schweden übergebenmußten. Es erlitt jedoch in der Nähe von Warschau im Jahre 1656durch die vereinte schwedische und brandenburgische Macht nach drei-tägigem Kampfe eine große Niederlage. Der König von Schwedenkonnte diesen Sieg nicht nach Wunsch benntzen, weil sein Bundesgenosse,dessen Uebermacht fürchtend, seine Mitwirkung versagte. Er mußte diefernere Hülfe des Kurfürsten dadurch erkaufen, daß er in einem Ver-trage zu Labiau auf die Lehenshoheit über Preußen verzichtete.
23. Nun trat eine Wendung im Laufe des Krieges durch dasAuftreten eines neuen Kämpfers ein. Schon war auf Betreiben desKaisers der Zar Alerei in Lifland eingedrungen, während Danzig inseiner Vertheidigung fortfuhr. Da kam die Kunde, daß König Friedrich III.(1648—1670), der Sohn Christians IV., der Stadt Danzig seineFlotte zu Hülfe geschickt habe und in die schwedischen Weserlande ein-gefallen sei. Ungeachtet der Erschöpfung, in welche die früheren Kriegesein Land versetzt hatten, war der Augenblick dem Könige zu günstigerschienen, um nicht die Wicdereroberung des an Schweden Verlorenenzu versuchen. Der König von Schweden beschloß jetzt, seine ganze Machtgegen den neuen Feind zu gebrauchen. Er eilte noch im Jahre 1657nach Dänemark, ließ eine Heeresabtheilung den Feind aus den Weser-gegenden vertreiben und jagte ihn selbst aus der ganzen Halbinsel.Darauf benutzte er den strengen Winter, in welchem beide Belte zu-froren, zu einem kühnen Zuge über das Eis, und als er in der Nähevon Kopenhagen stand, sah sich der König bei der Unthätigkeit, durch