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Dcr dreißigjährige, der französisch-spanische
1634 zurück und fügte sich seitdem so sehr iu die Verhältnisse, daßTruppen, die iu den Niederlanden gegen die Spanier kämpften, unterseinen Befehl gestellt wurden. In sein Schicksal wurde auch der HerzogKarl IV. von Lothringen, mit dessen Tochter er sich vermählt hatte,verflochten. Da der Herzog, nachdem Gaston auf seiner ersten undzweiten Flucht hei ihm Schutz gefunden, auch durch Unterstützung derKaiserlichen und der Spanier gegen die Absichten dcr französischen Ne-gierung gehandelt, wurde sein Land zur Beute dcr Franzosen, und erselbst trat in Dienste des Kaisers, ohne von Gallas' französischem Feld-zuge seine Wiedereinsetzung erhalten zu können. Nach der zweiten Ent-fernung Gastons fand Richelieu auch eine Gelegenheit, das PariserParlament zu demüthigen, das sich das Recht beilegte, königliche Ver-ordnungen durch Verweigerung ihrer Eintragung ungültig zu machen.Als es dieses Verfahren auf eine Verordnung anwandte, welche dieAnhänger des Geflüchteten für Beleidiger der königlichen Majestät er-klärte, wurde sein Beschluß durch den Staatsrath vernichtet und dieserVcrnichtungsbcschluß in Gegenwart des vor den König berufenen Par-lamentes in dessen Bücher eingetragen. So mußte sich das Recht desWiderstandes in ein Recht dcr Bitte verwandeln. Richelieu behauptete,ungeachtet er dem der Arbeit nicht geneigten Könige oft unbequem wer-den mußte, seine Herrschaft bis zu seinem Tode. Dieser erfolgte im Jahre1642. Kurz vor ihm war die Königin Maria zu Köln in Dürftigkeitgestorben. Nicht lange nach ihm starb im Jahre 1643 dcr König mitHinterlassung eines erst fünfjährigen Nachfolgers, Ludwigs XIV. AnNichelicn's Stelle trat noch bei Lebzeiten des Königs von ihm selbstempfohlen der Cardinal Mazarin, der früher päpstlicher Botschafter inParis gewesen, aber auf seine Veranlassung in französische Dienste über-gcgangen war.
19. Die Minderjährigkeit des neuen Königs stürzte das Land inUnruhen, wie es sie unter ähnlichen Verhältnissen schon öfter erfahrenhatte. Die Fortdauer der von Richelieu begründeten Regierungsweiseweckte fortwährend Widerstand, und dieser hatte jetzt größere Aussichtauf Erfolg, weil dem Nachfolger Richelieu's nicht dessen Entschlossenheitund Festigkeit, vielmehr nur Klugheit des Täuschcns, Hinhaltens undEinlenkens zu Gebote stand und die Größe der durch die Kriegsunter-nehmungen verursachten Ausgaben zu einem Steuerdrücke geführt hatten,welcher der Widerstandspartci zahlreiche Bundesgenossen verschaffte.Der Kampf gegen Mazarin begann im Jahre 1648, als derselbe durchdie französischen Gesandten zu Münster an der Erniedrigung undSchmälerung des deutschen Reiches arbeitete. Neue Steucrverordnungenerweckten den Widerspruch und Widerstand des Parlamentes, und alsdie von Mazarin geleitete Königin, Anna von Ocstreich, gegen Mit-