und der schwedisch-polnische Krieg. 727
sich über benachbarte Reiche emporzuheben und sich eine gebietende Stel-lung zu sichern.
18. Frankreich hatte schon während des Krieges manche im Innernsich erhebende Gefahren überwunden, und gegen Spanien selbst da, wodasselbe ihm nicht als Bundesgenosse des Kaiserhauses gegenüberstand,anhaltend gekämpft, auch allen Widerstand, der sich im Innern desselben> gegen die Negierung entwickelte, zu fördern und zu stärken gesucht. DerCardinal Richelieu verfolgte in Betreff der inneren Verhältnisse eingleiches Ziel, wie einst König Ludwig XI. Zwar hatte jener Königschon die Kraft des großen Lehenadels gebrochen, es blieb aber zur! Begründung einer unbestrittenen einheitlichen Negierungsgewalt nichtallein die körperschaftlich gestaltete Macht der Hugenotten zu besiegen,sondern auch der Adel, welcher durch Bekleidung der Statthalterschaftentheilweise als der Nachfolger des alten Lehensadels gelten konnte, und! der Adel des höheren Beamtenthums, der durch die Erblichkeit der
Aemter Bestand und Festigkeit besaß und seinen Vertreter an dem Par-lament von Paris hatte. Als der Krieg in Deutschland dem Cardinaldie Gelegenheit, seine Pläne in Betreff des Auslandes zu verwirklichen,gebracht hatte, traten die Hugenotten störend dazwischen. Er bot daherim Jahre 1627 die Kräfte des Reiches zur Auflösung ihrer Verbindungauf. Der entscheidende Schlag für sie war die von Richelieu selbst imJahre 1628 bewerkstelligte Eroberung ihres vorzüglichsten WaffenplatzesLa Nochelle. Ein Friede, der im Jahre 1629 mit ihnen geschlossenwurde, ließ ihnen zwar alles durch die Verordnung von Nantes Zuge-^ standenc, vernichtete sic aber als staatliches Gemeinwesen und bestimmte
!> die Zerstörung der Befestigungen ihrer bisherigen Sicherheitsplätze.
^ Nachdem die Regierungsgewalt so an Stärke gewonnen, hatte Richelieu
^ sich in neuen Kämpfen zu befestigen. Den ersten Sieg trug er über
^ die Mutter des Königs davon, die endlich, so sehr er sich auch sie zu
ß schonen bemüht hatte, in Compiegne so gut wie in Gefangenschaft ge-
» halten wurde, von wo sie in der Folge nach Brüssel zu der Regentin
» Zsabella entkam. Der lange Streit, den sie um die Regierung geführt,
8 konnte nicht anders enden, wenn der König nicht Richelieu, dessen Be-
deutung zu erkennen er einsichtig genug war, aufopfern sollte. Einneuer Gegner erstand dem Cardinal in dem Bruder des Königs, Gastonvon Orleans, der gleich Maria es nicht ertragen konnte, die nächsteStelle nach dem Könige von einem Fremden besetzt zu sehen. Er schrackvor dem Bürgerkriege nicht zurück, erneuerte denselben nach zweimali-gem Mißlingen, das ihn aus Frankreich vertrieben hatte, jedesmalwieder, und nachdem er im Jahre 1632 bei Castelnaudary besiegt, derFührer seiner Truppen, ein Montmorency, zu Toulouse enthauptet wor-den war, verließ er Frankreich zum dritten Male, kehrte aber im Jahre
Kiesel, Weltgeschichte. II. 47
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