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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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und der schwedisch-polnische Krieg.

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stierna nach einer Verfügung des Reichsraches an die Spitze der schwedischenAngelegenheiten. Die Heerführnng wurde in der Art geordnet, daß Bern-hard von Weimar und Georg von Lüneburg, die sich schon bei Lebzeiten desKönigs selbstständiger zu stellen gesucht hatten, jener unter Mitwirkung einesschwedischen Heerführers, die Fortsetzung des Krieges für bestimmte Theiledes Landes, der erstcre für Franken und Süddeutschland, der zweitefür Nicdcrsachscn und Westphalen erhielt, während ein drittes Heer unterdem Schweden Bauer in Thüringen und dessen Nachbarschaft stehensollte, um nach Bedürfniß beiden zur Unterstützung zu dienen. Hinsicht-lich der Pläne, die der König für das deutsche Reich gehabt, trat eineVeränderung ein. Man faßte einzelne Neichsländer als Entschädigungfür die Opfer des Krieges in's Auge, behandelte aber, während Gustavvielfach sich von deutschen Landschaften und Städten hatte huldigen lassen,die protestantischen Fürsten nur als Verbündete. Was der König inBetreff der geistlichen Fürstenthümer in der Mitte Deutschlands vorgc-habt, wurde auch nicht festgehalten, wie sich schon daran zeigte, daß dieFamilie des jüngst gestorbenen Friedrich V., der bei Gustav vergeblichum seine Wiedereinsetzung angehaltcn, jetzt die Rheinpfalz wieder erhielt.Dagegen richtete Bernhard von Weimar eigene Absichten auf die fränki-schen Disthümcr, so daß durch ihn zumeist die Bestrebungen sich fort-setzteu, die zu Anfang der Kirchentrennung in der Neichsritterschaft er-wacht waren. Mußte schon hierdurch der gegen den Kaiser geführteKampf an Einheit verlieren, so trug dazu auch die veränderte Stellungbei, welche die Bundesgenossen Schwedens in Folge schwedischer An-maßung einnahmen. Ueberhaupt trat die Rücksicht auf die ursprüng-lichen Zwecke mehr und mehr in den Hintergrund, und während von denprotestantischen Fürsten manche aus dem Kampfe schieden, setzte Schwe-den denselben nur fort, um durch Besitz von Gebieten bei dem dereinsti-gcn Abschlüsse des Friedens die Macht zur Unterstützung seiner Forde-rungen zu haben. Wie sich nun unter solchen Umständen die Aussichtenfür den Kaiser günstiger gestalteten, fühlte sich Richelieu zu nachdrück-licherem Verfahren anfgcfordert, damit der Brand, von welchem erVernichtung aller Widerstandskraft des Reiches hoffte, nicht zu früheerlöschen möge.

12. Orenstierna's erste Sorge war es, die Macht der deutschenProtestanten unter schwedischer Leitung zusammenzuhalten, und durch fran-zösische Mitwirkung gelang es, mit den protestantischen Ständen desoberrheinischen, des niederrheinischen, des schwäbischen und des fränki-schen Kreises, in welchen Schweden sein Uebergewicht entschieden be-hauptete, zu Hcilbronn im Jahre 1633 ein förmliches Bündniß zu schlie-ßen. In der nächsten Zeit blieben die Schweden auch durch den Gangdes Krieges überall im Vortheile. Bernhard bemächtigte sich der Ober-