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Der dreißigjährige, der französisch-spanische
gewählt und gekrönt. Kurz vorher aber hatten sich die Böhmen einenneuen König in der Person des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalzgewählt, der, vielfach abgemahnt, besonders von seiner Mutter, derTochter Wilhelms von Oranien, gewarnt, nach dem Wunsche seiner Ge-mahlin, der Tochter König Jakobs I. von England, die Krone ans derHand der Empörer annahm. Es war jetzt für die Hauptfragen derZeit, für die Stellung des habsburgischen Hauses und das Verhältnißder Religionen von der größten Wichtigkeit, ob die Losrcißung Böhmensaus dem östreichischcn Länderverbande gelang.
4. Die Verhältnisse waren für Friedrich nicht günstig. Die An-nahme der Krone wandte die Genossen der Union von ihm ab. SeinEifer für Einführung des reformirten Kirchenwesens brachte namentlichden Kurfürsten von Sachsen, das Haupt der Lutheraner, gegen ihn auf.Einen Bundesgenossen fand er nur an dem siebenbürgischen FürstenBethlen Gabor, der als türkischer Schützling sich Ungarns bemächtigteund der böhmischen Empörung seine Hülfe lieh. Dagegen konnte sichder Kaiser auf die neu belebte Liga stützen. Auf dem Rückwege vonFrankfurt hatte er zu München mit seinem Jugendfreunde, dem HerzogeMaximilian von Baiern, Vereinbarungen getroffen, nach welchen diesemdie Leitung aller nun zu beginnenden Unternehmungen zugesichert wurde.Noch im Jahre 1619 hielt derselbe, während zu Nürnberg die Unionfruchtlos tagte, eine Versammlung der Fürsten der Liga zu Würzbnrg,wo die Rücksichten des Eigennutzes überwunden und die Rüstungen be-schlossen wurden. Zugleich stellte sich Kurfürst Johann Georg vonSachsen, der Bruder und Nachfolger Christians, auf die Seite desKaisers, der ihm für Unterstützung den Besitz der Lausitz in Aussichtstellte. Er konnte dieses um so eher wagen, als ihm Seitens der Ligadie Versicherung geworden war, daß in Sachsen eine Störung im Be-sitze der in weltliche Hände übergegangenen geistlichen Stifter nicht ein-treten solle. Ferner vereinigten sich die beiden habsburgischen Linien,die sich unter Maximilian II. und Philipp II. entfremdet hatten, jetzt zueinem gemeinschaftlichen Kampfe für die Sache, welcher Philipps II. beharr-liches Streben gegolten hatte. König Philipp III., der Gemahl vonFerdinands Schwester, versprach die Hülfe seiner in den spanischen Nie-derlanden stehenden Truppen. Endlich unterstützte Papst Paul V. denKaiser durch bedeutende Darlehen. Nicht lange nach Friedrichs Thron-besteigung hatte Thurn sich mit Bethlen Gabor vereinigt, und beidewaren vor Wien gerückt, hatten aber beim Eintritte der Kälte sich zu-rückziehen müssen. Im folgenden Jahre hatte die Liga bei Donauwerthein beträchtliches Heer gesammelt, und von ihren Rüstungen geschreckt,hatte auch die Union gewaffnet. Da eilte Frankreich, das von den Rü-stungen der Union auch eine Unterstützung der Hugenotten befürchtete,