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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Der dreißigjährige, der franzosisch--spcmische

da ihm das Geschäft des Schiedsrichters und Vermittlers in denStreitigkeiten der Völker entzogen war, nur durch Unterstützung derkatholischen Partei an dem Kampfe Theil nehmen. England, dasunter Elisabeth der Verfechter des Protestantismus gewesen, fing an,der Schauplatz innerer Umwälzungen zu werden und stand daher unterden protestantischen Mächten am meisten außerhalb des Kampfes. InPolen, wo die katholische Sache ohne Waffengewalt siegreich gebliebenwar, lagen die Kräfte des Staates zu wenig in der Hand des Königs,als daß dieser seiner Gesinnung gemäß entscheidend hätte eingreifenkönnen. Am folgenschwersten aber war die Wahl, die Frankreich hin-sichtlich seines Verhaltens zu dem Kriege traf. Wie es schon in denersten Zeiten nach Beginn der Kirchentrennung der Verbündete derdeutschen Protestanten gewesen war, nahm cs jetzt, um das habsöurgischeHaus in Deutschland und Spanien zu schwächen, zu Gunsten derselbenan dem Kampfe Theil. Während der Leiter des französischen Staates,der Cardinal Richelieu, die Hugenotten, die so vielfach von den deutschenProtestanten unterstützt worden waren, beharrlich zu bekämpfen fortfnhrund das von ihnen im Lande begründete besondere Staatswcsen ver-nichtete, fand er in dem Kampfe, den in Deutschland die Protestantengegen den Kaiser führten, die günstige Gelegenheit, den von Heinrich IV.gegen das Haus Habsburg und das Kaiserihum entworfenen Plan wie-der aufzunehmen. Wenn es Gottes Wille war, daß das Wohl derKirche nicht auf einem Erfolge der Waffen ruhen solle, so hat dazu dieseltsame, der Leitung der Kirche entzogene Staatskunst gedient, vermögederen ein Cardinal, an der Spitze eines katholischen Staates stehend, dieKräfte des Protestantismus gegen das zur Beschirmung der Kirche beru-fene Kaiserthum benutzte. Richelieu war es, der den König von Schwe-den auf den deutschen Kampfplatz rief und dessen Kriegsvolk über dieZeit seines Lebens hinaus gegen den Kaiser in Thätigkeit hielt. Gustav Adolph,der seine nordischen Kämpfe geendet, brauchte des Kriegsruhmeö, um aufdem von seinem Vater gewaltsam eingenommeuen Throne fester zu stehen,und da die Macht seines Hauses in dem Anschlüsse an den Protestantis-mus ihre Wurzel hatte, konnte nichts ihn mehr heben, als ein Kampf,in dem er seine kriegerischen Neigungen unter dem Namen eines Vcr-theidigcrs der Religion seines Landes befriedigen konnte, und der, theilsvon französischer Unterstützung bestritten, theils von dem leidendenDeutschland bezahlt, der Ehre seines Reiches mit der Aussicht auf Ver-vollständigung der Herrschaft an den baltischen Küsten schmeichelte. DerKrieg, einer der größten, die je geführt worden, erzog in seiner dreißig-jährigen Dauer ein Geschlecht heimathloser Söldner, die in beständigemKriegsleben sich aller Menschlichkeit entkleideten und alle Qualen überdie Bewohner des Landes ausschütteten. Das Land wurde ein Raub