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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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und der schwedisch-polnische Krieg. 697

fen, den Namen eines Kampfes für bedrohte Religionsfreiheit annah-men. Je weniger der Kampf auf die Frage nach Freiheit der Neli-gionsttbung beschränkt geblieben war, desto weniger konnte sich die Parteider Protestanten mit jener Freiheit begnügen, da mit derselben vielesAndere erworben worden war, das sie bei einem zu Gunsten der Kircheeintretenden Umschwünge zu verlieren fürchten mußte. Nux ein fort-gesetztes Rütteln an der Kirche ließ hoffen, daß dasjenige, was ihr undder früheren Ordnung des Reiches abgewonnen worden war, gegenRückforderung werde behauptet werden. Manche einzelne Ereignisse,durch welche der Protestantismus sich in seiner Ausbreitung gehemmt,seine Angriffe auf die Kirche abgeschlagen sah, steigerten ebenso sehr dieGereiztheit der Partei, als die mißlungenen Versuche selbst Beweisedafür waren, daß die Bereitwilligkeit, mit den Anhängern der altenKirche im Frieden zu leben, fehlte. War so die katholische Sache fort-während bedroht, so befand sie sich durch die Verhältnisse, die sich inden östreichischen Landen unter den drei letzten Regierungen entwickelthatten, in einer besonders bedenklichen Lage. Alles, was in der zweitenHälfte des vorigen Jahrhunderts für sie wiedergewonnen worden, wargefährdet, wenn die dortigen Verhältnisse sich in der Art entwickelten,daß der Kaiser, der Vertreter der Kirche und der erste unter den katho-lischen Fürsten, die Umwälzung nicht bemeistern konnte. Der Kaiserwar für die Erhaltung seiner landesfürstlichen Stellung zu einem Kampfeaufgefordert, von dessen Ausgange auch die Erhaltung des kaiserlichenAnsehens abhing. Als nun die Kräfte des katholischen Deutschlands sichihm anschlossen und die katholische Sache siegreich ward, ergab sich fürdie Gegenpartei die Besorgniß vor einer Störung des von ihr im Laufeder kirchlichen Bewegung gewonnenen Besitzes, und Alles, was zu einerAuflehnung gegen die bestehende Ordnung geneigt war, schürte denStreit, wie es schon kurz nach dem Beginne der Kirchentrennung ge-schehen war. So verbreitete sich das Kriegesfeuer über die deut-schen Lande, und da der Krieg selbst die Streitkräfte, mit denen ergeführt wurde, ernähren mußte, trug er nicht allein die Schrecken ent-fesselter Wuth umher, sondern verzehrte das Mark des Landes. Den-noch würde der Kaiser der Bewegung Herr geworden sein, wäre nichtder Krieg, ungeachtet er auf deutschem Boden geführt wurde, zu einemeuropäischen geworden. Da es schien, als solle die Sache beider Reli-gionen jetzt auf deutschem Boden ausgesuchten werden, nahmen auswär-tige Mächte an demselben Theil. Die Niederlande, Dänemark undSchweden erkannten die Bedeutung, die das Ergebniß durch Rückwirkungfür sie haben werde, und Spanien nahm seine frühere Thätigkeit für dieSache der Kirche wieder auf, die in Deutschland durch das seinem-nigshause verwandte Kaiserhaus vertreten wurde. Der Papst konnte,

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