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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Sieg des Protestantismus in England und in Schweden. 693

selbe blieb, trug dessen Persönlichkeit dazu bei, das königliche Ansehn zuschwächen. Er zeigte keine Thätigkeit für die Negierung, sondern theilteseine Zeit zwischen Vergnügungen und wissenschaftlichen Beschäftigungen.Dagegen hegte er von der königlichen Würde Ansichten, welche denäußersten Gegensatz zu den puritanischen Ansichten bildeten, und wecktedaher selbst in England Besorgnisse vor dem Mißbrauche der Gewalt,die um so stärker wurden, als er durch keine Vorzüge die Nation zumErtragen einer durchgreifenden Handlungsweise geneigt machen konnte.Auch fehlte ihm der Schimmer des Ruhmes, mit dem seine Vorgängerinein zum Vortheile des Landes und des Protestantismus glücklich ge-s führter Kampf umgeben hatte. Er hatte schon im Jahre 1604 mit

i Spanien Frieden geschlossen und führte lange Zeit mit dem dortigen

k Hofe Unterhandlungen wegen Vermählung seines Sohnes Karl mit einer

i Tochter Philipps III., statt deren jedoch endlich eine Tochter König

! Heinrichs IV. gewählt wurde. Eine in Deutschland gebotene Gelegen-

s heit, der Sache des Protestantismus zu dienen, ließ er zum Aerger der

s Eiferer unbenutzt, indem er seinem Schwiegersöhne, dem Kurfürsten

ß Friedrich V. von der Pfalz, keine Unterstützung sandte. So hintcrlicß

» er seinem Sohne Karl ein geschwächtes Ausehn, und versetzte diesen da-

i durch in eine Lage, daß die in dem Lande durch die Neligionstrennung

! gepflanzten Keime einer dem Königthume feindlichen Lehre sich nicht

k allein ungestört entwickeln, sondern auch Thaten hervortreiben konnten,

s 7. In der Zeit, da der Protestantismus in England siegte und da-

^ durch an England seinen hauptsächlichsten Stützpunkt erhielt, wurde auch

- in Schweden, nachdem eine Bewegung zu Gunsten der katholischen Kirche

! stattgefunden, der Kampf der Religionen zu Gunsten des Protestantismus

k entschieden, dagegen in Polen die katholische Religion gegenüber den

! zahlreich gewordenen Dissidenten von Neuem befestigt. Zugleich verfolgt

s Schweden seine schon früher begonnenen Bemühungen um den Besitz

' baltischer Küsten und geht ans den Kämpfen, in die es dadurch mit

Polen und Rußland gcräth, so glücklich hervor, daß es zu einem Ein-^ greifen in den der nächsten Zeit ungehörigen deutschen Krieg im Stande

- ist. Erich XIV. stürzte sein Reich in Verwirrungen, indem seine Lciden-

j schaftlichkeit ihn in Kämpfe mit seinen Brüdern führte, denen der Vater

i unter seiner Hoheit einzelne Länder des Reiches als Herzogthümer an-

§ gewiesen hatte. Es kam dahin, daß die Stände im Jahre 1569 seine

Absetzung aussprachen und er für den Rest seines Lebens in Hast ge-halten wurde. Ihm folgte der zweite von Gustavs Söhnen, Johann III.(15691592). Er beendete einen von seinem Vorgänger mit Däne-mark geführten Krieg, indem er im Jahre 1570 mit König Friedrich II.,dem Sohne Christians III., zu Stettin einen Frieden schloß, in Folge! dessen die streitigen schwedisch-norwegischen Grenzlandschaften Jämtland