Sieg des Protestantismus in England und in Schweden. 689
ken. Eine ganz besondere Wachsamkeit wurde gegen diejenigen Priestergerichtet, die aus einer im Jahre 1568 zu Douay zur Bildung vonkatholischen Geistlichen für England gestifteten, im Jahre 1575 nachRheims verlegten Lehranstalt heimkehrten. In gleicher Weise fürchteteman die Zöglinge der Anstalt, die zu gleichem Zwecke von Gregor XIII.im Jahre 1579 in Nom gegründet wurde. Unterhandlungen, die KönigJakob von Schottland, nachdem er selbst zu regieren angcfangen, wegendes Schicksals seiner Mutter anknüpfte, blieben erfolglos, zumal den-selben in Schottland die Partei von Maria's erbitterten Feinden ent-gegenwirkte und er selbst es an Nachdruck und Eifer fehlen ließ. Jeentschiedener Elisabeth in anderen Ländern als die Beschützerin derProtestanten auftrat und in dem eignen mit Willkühr und Härte dieKatholiken unterdrückte, desto mehr entwickelte sich der Wunsch, alleHoffnungen abzuschneiden, die sich in der Nähe wie in der Ferne anMaria knüpfen ließen. Maria's Schicksal ward entschieden durch eineVerschwörung, die sich im Jahre 1586 zu dem Zwecke ihrer Befreiungbildete, und deren Theilnehmer zugleich die Ermordung Elisabeths be-absichtigten. Man glaubte Beweise von ihrer Theilnahme an derselbenzu haben, und auf Geständnisse, welche Babington, das Haupt der Ver-schwörung, sowie zwei Schreiber Maria's, ablegten, wurde die Königin,ohne jenen Männern gegenübergestellt worden zu sein, von einem eigensniedergesetzten Gericht zum Tode verurtheilt. Man glaubte hiermit dieletzte Gefahr, die dem Protestantismus drohte, beseitigt, und in Londongab sich eine laute Freude kund. Elisabeth zeigte nach dem Urtheils-spruche Unschlüssigkeit. Theilnahme hatte sie für Maria so wenig ge-habt, daß sie auf deren flehende Briefe weder geantwortet, noch dieHärte der Entbehrungen, wodurch die Gesundheit der Gefangenen unter-graben wurde, gemildert. Doch die Furcht vor möglichen Folgen odervor dem Rufe, den ihr die Hinrichtung der Verwandten bringen würde,ließ sie mit Vollstreckung des Urtheils zögern. Noch nachdem sie dasselbeunterzeichnet hatte, gelangte an den Hüter der Gefangenen die Zu-muthnng, durch deren Ermordung der Königin den peinlichen Entschlußzu ersparen. Endlich fertigten ihre Räthe in der Meinung, daß dieAusführung jetzt ihnen überlassen sei, den Befehl der Hinrichtung aus,und im Jahre 1587 wurde Maria an dem letzten Orte ihrer Haft, indem Schlosse Fotheringhap unweit Peterborough, enthauptet, nachdemman ihr den geistlichen Beistand der katholischen Kirche bis an ihrEnde versagt hatte. Elisabeth aber suchte den Schein zu retten, alsvb die Hinrichtung wider ihren Willen geschehen sei, und bestrafte denBeamten, aus dessen Händen ihre Räthe das Unterzeichnete Urtheil er-halten hatten, mit Verlust seines Vermögens.
5. Dem Siege, welchen Elisabeth durch Maria's Tod davontrug,