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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Sieg des Protestantismus tn England und in Schweden.

Maria fand im Jahre 1568 Mittel, aus ihrer Haft zu entkomme»,widerrief zu Hamilton die erzwungene Abdankung, sammelte eine Schaarvon Anhängern um sich und verlor bei Langsidc unweit Glasgow eineSchlacht, wodurch sic sich genöthigt sah, sich nach England zu flüchten.

4. Mit dem Uebertritt auf englischen Boden begann für Mariaeine lange Zeit des Leidens, in der sie Alles, was sie an dem üppigenfranzösischen Hofe angenommen, abstrcifeii, und das, was sie in derLeichtfertigkeit ihrer Jugend gefehlt haben mochte, bereuen und büßenkonnte. Vergeblich hatten Freunde sie gewarnt, in England Schutz zusuchen, von wo aus die Gährung in ihrem Reiche gefördert wordenwar. Sie traute theilnehmenden Aenßcrungen Elisabeths, die gegen dieempörerische Bewegung in Schottland Widerwillen gezeigt und die Ab-sicht der Vermittlung ausgesprochen. Die persönliche Thcilnahme Elisa-beths wurde aber, wenn eine solche wirklich vorhanden war, überwogendurch den von ihren Nätheu geltend gemachten Staatsvortheil, welcherin der Unglücklichen nichts Anderes als die Mitbewerberin um denThron von England und die Hoffnung der englischen Katholiken sehenließ. Hierdurch stellte sich bald der Plan fest, die Feindin, die man inder Gewalt hatte, in lebenslänglicher Haft unschädlich zu machen. DenEinfluß persönlicher Thcilnahme fernzuhalten, wußte Cecil, der die Seelevon Elisabeths Regierung und die Triebfeder aller gegen die Katho-liken gerichteten Maßregeln war, seine Gebieterin dahin zu stimmen,daß sie der schottischen Königin eine Zusammenkunft, um welche diesedringend bat, verweigerte. Man forderte von ihr, sie solle vor Allemsich wegen der in Schottland ihr zur Last gelegten Verbrechen verant-worten. Verhandlungen, welche deshalb mit Abgeordneten Maria's erstzu Ilork, dann zu London gepflogen wurden, hatten keine Ueberführungder Angeklagten zur Folge, und als man ihr darauf zur Verzichtnngauf den schottischen Thron rieth, antwortete sie mit einer Weigerung,konnte die gewünschte Zusammenkunft mit Elisabeth nicht erlangen undblieb in Haft. Die Thcilnahme an ihrem Schicksal und ihr Wunschnach Befreiung erregten unter dem Adel des nördlichen Englands Auf-standsversuche zu ihren Gunsten. Dieselben schlugen fehl, da die Katho-liken ungeachtet der Bedrückungen, die sic zu erleiden hatten, sich größtcn-theils der Sache des Aufruhrs fern hielten. Diese Versuche verschlim-merten das Loos der gefangenen Königin, und die Katholiken sahen unge-achtet der bewiesenen Treue ihre Lage nicht verbessert. Beide wurden Ge-genstände steigender Unruhe für Elisabeth. Das Urtheil, durch welchesPapst Pius V. im Jahre 1570 der Königin das Recht zur Negierungabsprach, schärfte die Maßregeln gegen die Katholiken und die Bemühun-gen, die von Frankreich und England aus für Maria stattfanden, bewirk-ten ein immer festeres Zusammenziehen der dieselbe umgebenden Schran-