vcranlaßten uiiicrcu Kriege.
677
tismus brechen sollte, schien auch für Frankreich ein entscheidendes zuwerden. Guise kam auf Veranlassung der Sechzehner nach Paris, woauch der König, der während des Krieges im Süden seinen Aufenthaltin der von den Liguisten besetzten Stadt Lyon gehabt, sich wieder einge-funden hatte. Er erhielt hier so sehr die Gewalt, daß der König zuseinem Schutze schweizerische Soldtruppen in die Stadt zog. Hierdurchstieg die Aufregung, und es kam zu einem Aufstande, in welchem dieköniglichen Truppen unter Verrammelung der Straßen in die Enge ge-trieben und theils niedergehauen, theils gefangen genommen wurden.Der Tag dieses Ereignisses, der Tag der Barrikaden genannt, machteGuise zum Herrn von Paris, und als Katharina mit ihm unterhandelnwollte, spannte er seine Forderungen aufs Höchste. Von dem mächtigenGegner und der aufrührerischen Bevölkerung bedroht, verließ der Königals Flüchtling die Stadt, und nachdem Guise sich der Baftille bemäch-tigt und die Obrigkeiten nach Gefallen geändert hatte, ließ der entfernteKönig ihm durch seine in Paris zurückgebliebene Mutter, damit er dochden Schein der königlichen Würde rettete, das Amt eines Statthaltersdes Reiches übertragen. Die Verwirrung des Landes führte zu derBerufung eines Reichstages, der noch im Jahre 1588 in Blois zusam-menkam und seine Beschlüsse ganz unter dem Einflüsse und im Sinnedes Herzogs von Guise faßte. Wie der König sich hier seiner Würdethatsächlich entkleidet sah, nahm er seine Zuflucht zu der Ermordungseines Gegners. Heinrich von Guise und sein Bruder Ludwig, der gleichseinem verstorbenen Oheim Karl die Cardinalswürde bekleidete, fielenunter den Dolchen, die der König selbst an die Mörder gegeben hatte.Nur der dritte Bruder, der Herzog Karl von Mayenne, entging demSchicksal, das der gesammtcn Familie zugedacht war. Er trat in Paris,wo die Kunde von dem Geschehenen die Erbitterung gegen den Königerhöhte, an die Stelle seines Bruders Heinrich, und als bald daraufim Jahre 1589 die Königin Katharina starb, war der rathlose Königgezwungen, seine Rettung bei den Hugenotten zu suchen. Auf einerZusammenkunft zu Plessis-les-Tours versprach ihm der König von Na-varra die Verthcidigung seiner Rechte. Schon standen beide Königeals Belagerer vor der Stadt Paris, als der König von Frankreichdurch einen von dem allgemeinen Eifer zu verbrecherischer That erhitztenDominikanermönche, Jakob Clement, ermordet wurde.
8. Nun war die Linie des Hauses Valois, die mit Franz I. aufden Thron gekommen, erloschen, und es galt für den König von Na-varra, als einen Abkömmling des heiligen Ludwig, den Kampf um dieKrone von Frankreich. Das auf der Abstammung beruhende Recht ge-wann ihm, da er die katholische Religion erhalten zu wollen versprach,die Huldigung der bei dem Heere befindlichen Mitglieder des katholischen