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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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676
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Frankreich in der Zeit der dnrch die Kirchentrcnnnng

den wahrscheinlichen Fall erhielt, daß der durch ausschweifendes Leben auf-geriebene König kinderlos sterben sollte. Heinrich von Navarra war nachder Bartholomäusnacht, von Drohungen des damaligen Königs geschreckt,mit seinem Vetter, dem Sohne des bei Jarnac gefallenen Cond«, zurkatholischen Kirche zurückgetreten, hatte sich aber seitdem als Haupt derHugenotten wieder entschieden dem Protestantismus zugewandt, so daßvon seiner dereinstigen Thronbesteigung Unterdrückung der katholischenReligion zu befürchten war. Es cröffnete sich daher ein Feld neuerThätigkeit für die Ligue, und abermals schwankte der König hin und herzwischen dem Gefühle, die Bestrebungen der Ligue unterstützen zu müssen,und der Besorgniß, durch die Ligue aller Macht beraubt zu werden.Das Haus Gnise, dem selbst Absichten auf den Thron zugcschriebenwurden, trat wenigstens nicht deutlich damit hervor, suchte vielmehr demCardinal Karl von Bourbon die Nachfolge zuzuwenden, für den in Nomdie Erlaubniß zum Austritte aus dem geistlichen Stande erbeten wurde,und dessen Thronbesteigung Philipp nicht bloß im Voraus guthieß, son-dern auch thatsächlich zu unterstützen versprach. Philipp wurde um so mehrzu der Ligue hingezogen, da der König von Frankreich sich mit den abgcfalle-nen Niederlanden in Unterhandlungen eiuließ und denselben Hülfe zu-sagte. Die Ligue rüstete sich, und obgleich der König alle Truppenwer-bungen untersagte, nahm Gnise die Städte Metz und Toul in Besitz,während auch anderwärts die Angehörigen der Ligue Städte in ihreGewalt brachten. Der König erschrack vor der Ligue, ließ seine Muttermit derselben unterhandeln und schloß mit ihr im Jahre 1585 zu Ne-mours einen Vertrag, durch welchen er ihrem Willen gemäß alle de»Hugenotten gemachten Bewilligungen zurücknahm. Nachdem er, so vonder Ligue fortgerissen, Verordnungen zur Ausführung jenes Vertrageserlassen, kam es zum neunten Kriege, der nach den Häuptern derdrei Parteien der Krieg der drei Heinriche genannt wird. Der Königvon Navarra erfocht im Jahre 1587 bei Contras an der West-grenze von Perigord einen glänzenden Sieg, benutzte ihn jedoch sowenig, daß Gnise die von den protestamischen Fürsten Deutschlands denHugenotten zu Hülfe gesandten Truppen, die zuchtlos umherschweiftenund plünderten, theils vernichten, theilö vertreiben konnte. Indessenhatte die Haltungslosigkeit des Königs die Bevölkerung von Paris zudem Versuche veranlaßt, sich der Gewalt zu bemächtigen und, wie esschon früher von der Hauptstadt geschehen war, durch Umgestaltung derVerhältnisse Frankreichs dem unerträglichen Zustande ein Ende zu machen.Es entstand eine neue Ligue daselbst, welche man nach dem von ihr er-wählten Vorstande von sechzehn den Stadtvierteln entsprechenden Per-sonen die Ligue der Sechzehner nannte. Das Jahr 1588, das nachPhilipps Absicht durch Eroberung Englands die Hauptfeste des Protestan-