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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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642 Spanien, Deutschland und Italien zur Zeit des Königs Philipp II-

des umherschweifcnden unbezahlten spanischen Kriegsvolkes nur im An-schlüsse an die andere Partei Rettung suchen ließ, wurden selbst die bis-her den Spaniern treu gebliebenen Provinzen dem Wilhelm von Oranicnnäher gebracht, und es kam im Jahre 1576 zwischen den nördlichenund den südlichen Provinzen zu dem Frieden von Gent, nach welchem diespanischen Truppen vertrieben und die Gcneralstaatcn znsammenberufenwerden sollten. Gegenüber der Negierung, welche jetzt in den Händen desStaatsraths lag, und gegenüber den zusammenberufenen Generalstaatennahm Oranien hinsichtlich Hollands und Seelands eine Stellung ein, die sichzwar aus dem für diese Lande ihm vom Könige verliehenen und gegenAlba's Urthcil behaupteten Statthaltcramtc herausgcbildct hatte, jedochan Selbstständigkeit und Machtvollkommenheit über demselben stand. Derentschiedene Anschluß der Lande an die reformirtc Religion forderte schoneine solche ausnahmsweise Stellung, da die Generalstaaten ungeachtetdes Festhaltens an dem Genter Frieden doch den dem Könige schuldigenGehorsam und die katholische Religion gewahrt wissen wollten. Alsneuer Statthalter erschien im Jahre 1577 der Sieger von Lepanto, deran die Uebernahme des Amtes Hoffnungen auf Verwirklichung weitaus-sehender, mit Rücksicht auf die damaligen Verhältnisse Englands ausge-sponncncr Plane knüpfte. Anfangs erkannte er den Genter Frieden an undentfernte die spanischen Truppen, indem er bloß deutsche Söldner behielt.Doch als er einen Gehorsam, dessen man sich ganz entwöhnt hatte, zufordern anfing, traten alle Provinzen mit Ausnahme von Luremburgund Namür ihm entgegen, Oraniens Einfluß stieg und cS wurde derErzherzog Mathias von Oestreich, Bruder des Kaisers Rudolph II., vonden Generalstaaien zur Statthalterwürde berufen, neben welchem Ora-nien das thalsächliche Oberhaupt blieb. Der Krieg brach wieder aus.Amsterdam, das seit Alba's Zeit sich gegen Oranicn gehalten hatte, un-terwarf sich ihm, der Protestantismus machte im Norden gewaltsameFortschritte und gewann auch im Süden Einfluß, da die Generalstaaten,denen der gewählte Statthalter untergeordnet war, in dem Kampfegegen Spanien protestantische Beamte als die zuverlässigeren vorzogen.Der Erzherzog dachte an einen Neligionsfrieden, der jedoch Widerspruchfand, weil man da, wo der Protestantismus sich festgesetzt hatte, aufdessen weitere Verbreitung nicht verzichten, da, wo derselbe noch nichtzur Herrschaft gelangt war, den Gedanken an dessen Beseitigung nichtaufgeben wollte. Indessen hatte Johann von Oestreich die spanischenTruppen zurückberufen und sein Unterfcldherr Alexander Farnese, derSohn der früher» Statthalterin, schlug bei Gemblour das Heer derGeneralstaaten, so daß im Süden die spanische Herrschaft sich wiederherstellte. Als nun im Jahre 1578 Johann, dessen Leben durch die Vereite-lung großer Entwürfe geknickt worden und dem der niederländische Krieg