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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Spanten, Deutschland und Italien zur Zeit des Königs Philipp II.

i eine Last gewesen, gestorben war, trat an seine Stelle Alexander, und" dieser brachte es durch besonnenes Eingehen auf die Wünsche der Pro-

° pinzen dahin, daß die südlichen Provinzen, nach der in den meisten

lebenden, französisch redenden Bevölkerung die wallonischen genannt, sich; ihm, der die Herstellung der kirchlichen Verhältnisse vor Allein betrieb,i anschloffen. Hierdurch wurden die nördlichen Provinzen bewogen, im

t Jahre 1579 zu Utrecht einen engern Bund zu schließen, der unerschüt-

terlich den Spaniern gegenüberstehen sollte. Die Theilnehmer des Bun-i des waren Holland, Seeland, Utrecht, Geldern mit Zütphen, Gröningen,Friesland und Oberpssel. War hiermit ein weiterer Schritt für Be-gründung eines abgesonderten Staates geschehen, so wurde im Jahre! 1581 in Haag nicht allein die förmliche Lossagung von dem Könige aus-

i gesprochen, sondern auch die in Calvins Lehre wurzelnde Ansicht von

! der Berechtigung des Volkes zur Absetzung des Herrschers aufgestellt.! Seitdem gingen die Ausbildung der vereinigten Provinzen im Norden^ und die Herstellung der spanischen Herrschaft im Süden, womit daselbst^ die Vernichtung von Oraniens Einfluß verbunden war, gleichen Schritt.

! Der Erzherzog Mathias verlor alle Bedeutung und verließ das Land

im Jahre 1580. Es waren inzwischen von der Partei der Aufständi-schen Versuche gemacht worden, ausländische Hülfe zu gewinnen. Imi Jahre 1578 hatte die Königin Elisabeth von England nach langen Un-

j lerhandlnngen den Aufstand dadurch zu unterstützen gesucht, daß sie an

! Johann Casimir, den jüngeren Sohn des pfälzischen Kurfürsten Fried-rich III und Vormund des von seinem älteren Bruder Ludwig VI. hin-

terlassenen Sohnes Friedrich IV., Geld zur Anwerbung von Truppenfür die Niederländer sandte. Doch hatte den katholischen Theil der Ge-! neralstaatcn Vesorgniß wegen der Sicherheit der katholischen Religion

' ergriffen, und es war daher an den vierten Sohn des Königs Hein-

rich II. von Frankreich, den Herzog Franz von Alenyon, späteren Her-zog von Ansou, das Ersuchen ergangen, die Stelle eines Beschirmers1 der niederländischen Freiheit zu übernehmen, wofür er zwar setzt keinen^ Antheil an der Negierung haben, aber nach beendigtem Kriege bei Wahleines neuen Regenten vor Allen berücksichtigt werden sollte. Er warder Vertreter derjenigen Partei, welche zwar die Losreißung von Spa-nie», aber zugleich die Erhaltung der katholischen Religion wollte. Diesemittlere Stellung, die an sich eine schwierige war, konnte er bei großems Mangel an Einsicht und Thatkraft nicht behaupten. Da Oraniens Ein-fluß, so weit er reichte, ihn in Schatten stellte, gewann er keinen festenBoden, von welchem aus seine Kriegsunternehmnngen gegen die Spanierhätten glücklich sein können. Im Norden konnte er es nicht einmaldahin bringen, den Katholiken Freiheit der Religionsübung zu ver-schaffen, und im Süden entwickelte sich mit der Vesorgniß, zuletzt eine