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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Die Kirchcntrcnnuiig in England, im Norden und in Polen. 629

Kirchengut fiel theils dem Könige, theils dem Adel zu. Den Katholikenwurde, indem man sie für unfähig zu öffentlichen Aemtern und desErbrechtes verlustig erklärte, die Wahl zwischen Uebertritt und Aus-wanderung gelaffen und katholischen Geistlichen der Aufenthalt im Reichebei Todesstrafe untersagt. So wurde in Dänemark die katholische Re-ligion nicht unterdrückt, sondern vernichtet. Gleiches geschah mit gleicherGewaltsamkeit noch unter dieser Negierung in Norwegen und, obwohlerst nach sehr lebhaftem Widerstande, auf der Insel Island, die seit derMitte des dreizehnten Jahrhunderts ein Theil des norwegischen Reichesgewesen war. WaS Christian III. in Dänemark, das that GustavWasa (15241560) in Schweden. Wie er sich durch seinen Aufent-halt in Lübeck mit der lutherischen Lehre befreundet hatte, förderte erihre Verbreitung und hegte die Absicht, indem er sie zur Alleinherrschafterhebe, in den Besitz der Kirchcngüter zu gelangen, die ihm in dem anHülfsquellen armen Lande zur Stärkung der königlichen Macht erfor-derlich schienen. Es zeigte sich zwar eine starke Abneigung gegen dieNeuerung nicht bloß bei denen, die dadurch mit Verlusten bedroht wur-den, allein die dem Könige eigene Rührigkeit und Beharrlichkeit besiegtedie Hindernisse. Auf dem Reichstage zu Westcräs im Jahre 1527 gaber, als die Darlegung seiner Wünsche keine günstige Aufnahme fand,die Erklärung, daß er die Regierung niederlegen und das undankbareLand, das er gerettet, verlassen wolle. Hierdurch wurde unter denStänden eine Bewegung hervorgerufen, welche mit einem Nachgebenseiner Gegner endigte. Aufstände, zu denen sich das Volk durch dieNeuerung in verschiedenen Gegenden getrieben sah, wurden einzelnunterdrückt, und die neue Ordnung fand um so leichter Eingang, alsmit den äußerlichen Veränderungen begonnen wurde und die Abschaffungder katholischen Lehre nur allmälig geschah. Die Bildung eines stehen-den Heeres erhöhte die Macht des Königs, und die unter Beseitigungdes hanseatischen Einflusses erfolgte Hebung des Handels und der Schiff-fahrt brachte Vortheile, welche dem Könige Ansehn gaben und dasVolk mit dem durch ihn begründeten Zustande versöhnen halfen. Dochbehielt die katholische Religion noch Wurzeln genug im Lande, umseinem Nachfolger den Versuch zu ihrer Wiederherstellung zu gestatten.

7. In Polen half zwar das Eindringen des Protestantismus viel-fache im Reiche vorhandene Wirren vergrößern, aber derselbe gelangtedort nicht zur Herrschaft. Dieses Reich hatte sich nicht allein durchdie Erwerbung von Westpreußen bis an die Ostsee und die Weichsel-mündung, sondern seit den Zeiten des ungarischen Königs, nachmaligenKaisers Sigismund, an der Nordseite und Ostseite der karpathikchenGebirge hin bis an das schwarze Meer und die Donaumündung er-weitert, indem eS die Staaten Moldau und Walachei den ungarischen