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Die Kü'chcntrennung in England, im Norden und in Polen.
eine Untersuchung der Voraussetzungen ankam, unter welchen Julius H.die Erlaubnis' zu Schließung der Ehe ertheilt hatte, erhielten der Car-dinal Wolsep und ein Legat den Auftrag zu dem erforderlichen Verfahren.Als sich jedoch Gründe zur Auflösung der Ehe nicht finden wollten,brach der Papst dasselbe ab, um sich den Spruch vorzubebalten. Sowaren Jahre hingegangen, und Heinrich, der sich schon von Universitätengünstige Gutachten zu verschaffen gesucht hatte, befand sich in der höchstenUngeduld, als ihm der Rath ertheilt wurde, sich für sein Reich die höchsteKirchengewalt selbst beizulegen. Hierauf ging Heinrich insofern ein, alser den Papst durch Einschüchterung zu einer seinen Wünschen entspre-chenden Entscheidung zu bewegen gedachte. Der Klerus von Englandwurde mittelst Androhung von Strafen, die er durch Unterwerfung unterdie von Wolsep im Reiche ausgeübte päpstliche Gerichtsbarkeit verwirkthaben sollte, dazu gezwungen, den König als sein alleiniges Oberhauptanzuerkennen. Darauf wurden unter Mitwirkung des Parlaments dieGeldzahlungen nach Nom und die päpstliche Bestätigung der Prälatenabgeschafft und der König legte sich die höchste kirchliche Gerichts-barkeit bei. Nun vermählte sich Heinrich im Jahre 1533 mit AnnaBoleyn, um derentwillen er den ganzen Handel begonnen hatte. Indem Bedürfnisse, für das Geschehene eine kirchliche Bestätigung zu er-halten, schuf er sich ein gefügiges Werkzeug, indem er Cranmer, dersich in Deutschland heimlich verheirathet hatte, auf den erzbischöflichenStuhl von Canterbury erhob. Dieser erklärte nun in schimpflicher Ge-fügigkeit Heinrichs frühere Ehe für nichtig und seine jetzige für rechtmäßig.Der Papst drohte, da er die in Rom schwebende Sache gewaltsam ent-schieden sah, dem Könige und seiner neuen Gemahlin mit dem Banne,und Heinrich fuhr mit ihm zu unterhandeln fort, indem er auf den Falleines erwünschten Ausspruches die gegen den römischen Stuhl geschehe-nen Schritte zurücknehmcn zu wollen versprach. Doch während dieserUnterhandlungen kam der Gedanke einer Losreißung von dem päpstlichenStuhle zur Ausbildung, und ehe noch die Nachricht von dem das Ge-schehene verwerfenden Spruche des Papstes angelaugt war, hatte manschon Schritte gethan, dessen Gewalt über die Kirche in England zuvernichten. Auf einen Anschluß an die von Wittenberg ausgegaugeneBewegung war es dabei nicht abgesehen. Das Hauptziel, das man mitEifer und Strenge verfolgte, war die kirchliche Suprematie des Königs.Mit einer Abänderung der Lehre, diesen einen Punkt abgerechnet, be-schäftigte man sich nicht, und die Bischöfe blieben, soweit sie sich derneuen Kirchenverfassung bequemten, in ihren Aemtern. Zn der Durch-führung der neuen Verfassung kam als Anlaß von Verfolgungen nochdie Angelegenheit der Erbfolge hinzu, indem nun erklärt wurde, daßHeinrichs Tochter Maria aus der ersten Ehe der Erbfolge verlustig sein