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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Kaiser Karl V. und die Kirchentreninmg in Deutschland.

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satz von der Gültigkeit persönlicher Meinung und Entscheidung in Sachender Religion zu Tage getreten, und war von der verführerischen Ge-walt, die dieser Grundsatz hat, eine fortschreitende Schwächung deskirchlichen Ansehns und somit ein fortwährendes Eindringen auflösen-der Kräfte zu fürchten, so erschien in dem neuen Orden ein großesMuster aufopfernder Thätigkeit im Dienste des höchsten kirchlichen An-sehns, einer Thätigkeit, die durch die strengste mittelst wohlberechneterEinrichtung gesicherte Einheit aller Teilnehmer eine im Vcrhältniß zuderen Zahl überaus große Wirksamkeit entfaltete. Die Jesuiten fandennoch im Laufe des Jahrhunderts in allen denjenigen Ländern Eingang,wo die katholische Religion nicht unterdrückt war. Ueberall waren siefür die Vertheidigung der Kirche und für deren Befestigung durch Unter-richt bemüht. Ihr Eifer, die Wissenschaft zu pflegen und durch derenLehre die Geister für die Wahrheit empfänglich zu machen und gegenden Andrang unkirchlicher Lehre zu waffncn, brachte einen großen Theikdes Jugendunterrichts in ihre Hände, und da das Gebot der Armuth,welches dem Orden auferlegt war, sich nicht auf die von demselben ge-gründeten UntcrrichtSanstalten oder Collegien ausdehnte, erhoben sich da,wo man die Heilsamkeit seines Wirkens erkannte, wohl ausgcstattet,Pflanzschulen der Bildung, von denen eine Erfrischung und Erneuerungdes kirchlichen Lebens ausging. Ganz besonders hat ihr Wirken inDeutschland, wo zuerst der Kaiser und der Herzog von Baiern sie inihre von dem Protestantismus nicht frei gebliebenen Staaten noch vordem Ende des Concilö beriefen, der neuen Lehre Boden abgewonnenund ihrem Fortschritt Einhalt gelhan. Ihre Wissenschaftlichkeit gab ihnenein Anschn, welches die von ihnen verthcidigte Sache zur Geltungbrachte, und minderte die Unwissenheit, ans welcher sich die Bereit-willigkeit und Neigung zum Verlassen der Kirche erzeugte. Währendsie so als ein durch seine Zucht, seinen Mnth und seine Kampfgeschick-lichkeit starkes Kriegsheer zum Schutze der Kirche in Europa dastanden,gingen Mitglieder des Ordens auch in die Ferne, um der Kirche wiederzu erobern, was sie in Europa verloren hatte. Unter den Bekehrernder Ungläubigen in den durch die neuen Entdeckungen aufgeschlossenenLändern leuchtet als der größte der heilige Franz Taver, ein Lands-mann und einer der ersten Genossen des heiligen Ignatius. Er beganndas Werk der Bekehrung von Heiden und Moslemen in Indien, wo ervon Goa aus weit und breit das Wort des Evangeliums verbreitete.Sein Eifer führte ihn, den Apostel Indiens, nach Malakka, den moluk-kischen Inseln und Japan, und der Tod überraschte ihn bei dem Unter-nehmen, den Samen der christlichen Lehre, den er dort ausgeftreut, auchnach China, dem gegen alle Einflüsse des Abendlandes am festesten ver-schlossenen Reiche, zu tragen.

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