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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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tzy6 Kaiser Karl V. und die Kirchcntrcnnung in Deutschland.

ein drittes von Deutschland ans in die Champagne. Das erste führteder Kaiser selbst, doch er fand durch die Vorkehrungen des Gegners allesLand, durch das er zog, so sehr von allen Lebensmitteln entblößt, daßsein Vorrücken nur unter den größten Beschwerlichkeiten von Stattenging, und er zuletzt genöthigt war, sich südwärts nach der Seeküste zuwenden, wo eine abermalige Belagerung von Marseille vergeblich blieb.

Er mußte nach Italien zurückkehren. Ehe er sich in Genua nach Bar-celona einschiffte, schlichtete er einen Streit um die Erbfolge in Mont-ferrat. Hier war eine den alten Markgrafen von weiblicher Seite ver-wandte Linie, deren Stifter der im Jahre 1305 mit einer Tochter desHauses vermählte oströmische Kaiser Andronikus Paläologus gewesen,im Jahre 1533 ausgcstorbcn. Karls Spruch lautete gegen zwei Be-werber, den Markgrafen von Saluzzo und den Herzog von Savoyen, .zu Gunsten eines dritten, des Herzogs von Mantua. Der Krieg an !den niederländischen Grenzen hatte keinen Erfolg gehabt und zu demEinfalle in die Champagne war es nicht gekommen, weil Franz durchseine deutschen Verbündeten die Stellung der NeichShülfe ganz verhin-dert hatte. Papst Paul bemühte sich jetzt, den Frieden zwischen den beidenerbitterten Herrschern zu vermitteln, während Sulcimau, der inzwischenmit Franz ein förmliches Bündniß abgeschlossen hatte, in Ungarn ein-brach und bei Essck siegte, auch durch Cbaireddin die Küsten des König-reichs Neapel angreifcn ließ. Paul konnte es indessen nur zu einemWaffenstillstände bringen, der im Jahre 1537 von den beiden Herrschernpersönlich in Nizza abgeschlossen wurde. Nach dieser Zusammenkunftänderte sich die feindselige Stimmung, die sich noch durch schleunigeTrennung kundgegeben hatte, unerwarteter Weise so sehr, daß Karl, ^einer Einladung des Gegners folgend, bei der Ueberfahrt von Genua !nach Barcelona, ihn in Aiguesmortes besuchte, wo derselbe zum Vor- >theilc der Christenheit sein Bündniß mit den Türken aufzugeben undnöthigen Falls mit dem Kaiser gegen sie zu fechten versprach. Magnun diese Zuvorkommenheit jenem Nittersinne, der auch dem Feindegegenüber Höflichkeit verschrieb und für unfreundliche Begegnung inNizza eine Sühne forderte, oder der Berechnung, daß das immer nochersehnte Mailand von der Güte des Kaisers zu erhalten sei, zuzuschrcibe»sein, sie erwies sich auch noch bei einer andern Gelegenheit. Als inGent im Jahre 1539 wegen einer Steuer, der das übrige Flandernsich bequemt hatte, ein Aufruhr ausgebrochen war, und die Leiter des- ^selben den Schutz des Königs von Frankreich suchten, gab dieser demKaiser selbst nach Spanien die Nachricht, und lud ihn ein, wenner zur Stillung des Aufruhrs nach den Niederlanden reisen wolle,den Weg durch Frankreich zu nehmen. Auch diesmal vertraute derKaiser und ward nicht getäuscht, obgleich er vorher ausbedungcn,