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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Kaiser Karl V. und die Kirchentrciiiimig in Deutschland. Wg

erhobenen Chaireddin kam. Das Reich zu Tlemsan kämpfte zwar mitabwechselndem Glücke noch unter dem alten Herrscherhause mit spani-scher Hülfe für seine Unabhängigkeit von dem neuen Reiche von Algier,fristete aber sein Bestehen nur bis zum Jahre 1560. In Tunis führteein Zwist zwischen zwei Abkömmlingen Abu Hafsi's, den HalbbrüdernArraschid und Mnlcp Hassan, eine Einmischung Chaireddins herbei. Ar-raschid floh im Jahre 1534, von Mnley vertrieben, nach Algier. Chai-rcddin lockte ihn nach Constantinopel, wo er in Fesseln geworfen wurde,und erschien mit einer osmanischen Flotte vor Tunis unter dem Vorgeben,den vertriebenen Herrscher cinsetzen zu wollen. Getäuscht öffneten die Be-wohner die Stadt und Mnley entfloh. Doch da sie sich unter Chaireddinsund Suleimanö Herrschaft gestellt sahen, verlangten sie Mnley zurück. Des-sen eigner Versuch mißlang aber, und er rief die Hülfe des Kaisers an.i Dieser konnte die Befestigung einer neuen, von Constantinopel her be-

! schützten Macht, in der Nähe seiner Reiche nicht gleichgültig anschen.

Er unternahm daher einen Kriegszug nach Tunis, zu welchem er von, dem Papste, von Genua und von dem Könige Johann III. von Portu-i gal Unterstützung erhielt. Im Jahre 1535 lief die Flotte von Cagliariaus, und noch im nämlichen Jahre war Mnley als ein von Spanienj abhängiger Fürst wieder eingesetzt, während Tausende von Christen, die

f in Tunis in Gefangenschaft geschmachtet hatten, befreit ihre Heimath

- aufsuchten. Als Karl aus Afrika zurückkehrend zum ersten Male Sicilien

!j und Neapel besuchte, erfuhr er den Tod des Herzogs von Mailand, und

i zog, da derselbe keine Kinder hatte, das Land als erledigtes Neichslehen

^ ein. Nun erhob der König von Frankreich neue Ansprüche auf dasselbe,

^ da er nur zu Gunsten des Hauses Sforza den Verzicht geleistet zu haben

behauptete. Er verlangte jetzt das Land für einen seiner beiden älteren, Söhne. Der Kaiser aber wollte es dem ältesten nicht geben, damit esnicht dereinst mit Frankreich vereinigt würde, dem zweiten nicht, weildieser als Gemahl von Katharina von Medici, der Schwester des Her-zogs Alexander, zur Bildung einer größeren Macht in Italien Gelegen-heit finden konnte. Da aber Franz mit dem Anerbieten, das Herzog-thum seinem dritten Sohne zu verleihen, nicht zufrieden war, zugleichauch nichtiger Vorwände wegen dem Herzoge von Savoyen, dessenGemahlin als Tochter Emanuels des Großen eine Schwester der Kai-serin war, sein Land weggenommcn hatte, war wieder eine Entscheidungdurch die Waffen unvermeidlich. Zur Bekämpfung des Kaisers Unter-^ stützung zu gewinnen, trat Franz unerhörter Weise in Unterhandlung

i mit Sultan Suleiman, wie er sich früher schon durch das Bündniß mit

j den Protestanten ein Mittel verschafft hatte, die Unternehmungen desKaisers zu lähmen. Im Jahre 1536 sollten drei Heere in Frankreicheindringen, eines durch Savoyen, eines von den Niederlanden her und