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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Kaiser Karl V. und die Kirchcntrennung in Deutschland. 6O7

daß während seines Aufenthaltes in Frankreich von Mailand nicht ge-redet werden solle.

15. Aus Gent, wo bald die Unruhen gestillt und die Urheber be-straft waren, begab sich der unermüdlich an der Ausgleichung des Re-ligionsstreites arbeitende Kaiser nach Deutschland zu einem Gesprächebeiderseitiger Theologen, das nach Hagenau ausgeschrieben war, aber inWorms eröffnet und in Negensburg bei Gelegenheit eines Reichstagesim Jahre 1541 fortgesetzt wurde. Obgleich in Bezug auf die Lehreeine Annäherung möglich schien, trat doch die alte Abneigung gegenwirkliche Ausgleichung so sehr hervor, daß der Kaiser, der wegen desVerhältnisses zu den Türken des Friedens im Reiche bedurfte, mit einerNachgiebigkeit, die den katholischen Ständen zu groß schien, einstweilenden Protestanten neue Vortheile gewährte, indem er abermals den Ver-lauf der in Neligionssachcn bei dem Kammergerichte anhängigen Processehemmte und in dasselbe protestantische Beisitzer aufnahm. Darauf ginger nach Italien, um noch im nämlichen Jahre einen Angriff auf denHerd der die spanischen Küsten belästigenden Seeräubereien, auf Algier,zu unternehmen. Andreas Doria, der seiner Vaterstadt durch Ordnungihrer Verfassung ein Wohlthäter geworden war und ohne Amt derenAngelegenheiten leitete, rieth für dieses Jahr, da die stürmische Jahres-zeit schon gekommen war, von der Unternehmung ab. Nichtsdestoweni-ger erfolgte von den Balkarischen Inseln aus der Aufbruch. WasDoria befürchtet hatte, traf ein. Nach der Ankunft wurden die Angriffedurch die Witterung erschwert, die Mannschaft durch Krankheiten ge-mindert, die Schiffe zum Theil von Stürmen zerstört. Große Beschwer-den, die den Kaiser in dem schönsten Lichte eines christlichen Heerführersund eines Helden erscheinen ließen, mußten ertragen werden, und zuletztreichten die Kräfte deS Heeres zu Verfolgung des Planes nicht mehrhin, so daß es nach großen Verlusten, ohne den Zweck des Unterneh-mens erreicht zu haben, wieder cingeschifft werden mußte. Ein Kampfgegen die Türken in Europa folgte im Jahre 1542, zu welchem dieStände auf einem Reichstage zu Speier nach abermaliger Beschwich-tigung der Protestanten Hülfe bewilligten. Züpolpa, der früher fürden Fall seines Todes in den Uebergang von ganz Ungarn an Ferdinandgewilligt, hatte im Jahre 1540 kurz vor seinem Tode einen Sohn er-halten, und für diesen war Suleiman als Beschützer aufgetreten. DasReichshccr, von dem Kurfürsten von Brandenburg geführt, kam bis nachOfen, kehrte aber, ohne eine bemerkenswerthe That verrichtet zu haben,wieder heim. Nach dem unglücklichen afrikanischen Feldzuge glaubteFranz die Zeit gekommen, wo wegen Mailands, das Karl im Jahre1540 seinem Sohne Philipp verliehen hatte, die Gewalt etwas aus-richten würde. Zu dem Ende beschloß er, das Bündniß mit den Türken