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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
569
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Romantische Dichtung.

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wie wohlthätig wirkt er durch die Auffassungsgabe, die da herausblickt,gegen die dickhäutige Kritik eines Johnson, an die man früher alleingewöhnt war; allein doch würde Tieck nach seinen eigenen Bemerkungenüber dieses Stück gestehen müssen, daß Schlegel, seinen Bemerkungenüber Lorenzo zufolge, den eigentlichen Sinn des Dichters bei diesemStücke aus unserer modischen Liebessentimentalität doch verfehlt habe?Und wieder hat Tieck so ausführliche Urtheile über einzelne Charaktereim Hamlet und Macbeth mitgetheilt, die allgemein vielen Widerspruchgefunden haben, und von denen umgekehrt wieder A. W. Schlegel dochwohl auch der Meinung sein würde, sie verriethen das Studium unddie Verirrung eines allzu fleißigen Lesers, der vielleicht seinen eigenentrefflichen Ausspruch nicht genug beherzigte, es sei die Vertiefung ineinen Schriftsteller eine Art Krankheit, und es müsse durch das starreHineinschauen das Auge am Ende ebenso geblendet werden, wie durchein irres Herumfahren von einem Gegenstände zum andern. Warumüberhaupt hat uns Tieck, dessen Schriften in Prosa und Poesie nur garzu voll von Shakespeare sind, der überall das genaueste philologischeStudium des Dichters nicht allein, sondern auch der Zeit verräth, nie-mals ein zusammenhängendes Bild des Dichters und seiner Werke ent-worfen, statt uns mit fragmentarischen Winken bald zu spannen, baldauch durch die ewig wiederholten Klagen über das abgekvmmene Theater-gerüste der shakespeare'schen Zeiten abzuspannen? War Tieck zurückhal-tend mit seiner Weisheit über Shakespeare, so war Franz Horn nur zufreigebig. Ein schaleres Buch, als seine fünf Bände über Shakespeare(1823), ist nicht leicht geschrieben worden: so trägt hier die seligsteSelbstzufriedenheit eigene Albernheit zu Tage, und legt die Läppisch-keiten der romantischen Schule dem größten Dichter der neueren Weltals seine größten Tugenden und Schönheiten unter. Mögen wir diesesLob des britischen Tragöden nicht hören, so auch ebenso wenig das letzteUrtheil Friedrich Schlegel's über ihn, der nach seinem endlichen Quie-tismus, wie er auf Schiller als auf eine skeptische, unbefriedigte Naturhinsah, so auch Shakespeare'» als ein abgesondertes, verschlossenes, ein-sames Gemüth bedauerte! der ein tief-schmerzliches und herb-tragischcSWesen in dem Dichter fand, welcher mit einer unbegreiflichen Helle undRuhe in alle menschlichen Dinge blickt! der in des Dramatikers lyrischenGedichten den Beweis fand, daß er in seinem Drama nicht das dargestellthabe, was ihn selbst ansprach, sondern die Welt, wie er sie durch einegroße Kluft von sich und seinem Zartgefühl geschieden vor sich stehensah!! Auf Calderon sollte zuletzt aller poetischer Glanz allein fallen, den