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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Romantische Dichtung.

Unkenntniß, wenn er Opitz so gewaltig'hebt und behauptet, er habe eigent-lich ein Heldendichter werden wollen, der doch gerade die Heldendichtungvon seinem Zeitalter ablehnte. Allein wir brauchen nnS an solche Ein-zelnheiten, die noch dazu zum Theil dunkle Dichter angehen, nicht zuhalten, wir dürfen nur geradezu auf die Lieblingsgegenstände unsererAesthetiker selbst losgehen, um zu bemerken, wie selbst da ihr Urtheil fastüberall unsicher und geringfügig bleibt, selbst wo es liebevoll und an-regend ist. Den griechischen Dichtern, wollen wir zugeben, geschieht imGanzen nicht allein von A. Wilhelm, der überall unbefangener ist, son-dern auch von Friedrich Schlegel ihr Recht; denn was liegt am Endean dem Widerspruch, daß Schlegel zuletzt die Harmonie, die er in derantiken Kunst ungern zugeben muß, in der Wissenschaft der Alten wenig,in ihrem Leben gar nicht mehr finden will; genug, daß er sie doch in derKunst anerkennt. Mit der fortgesetzten Fehde gegen die französische Poesie,mit der Ehrenrettung des EuripideS gegen Racine, mit dem Eifer, womitLaharpe, wie Voltaire von Lessing, abgewiesen wird, bekennt man sichgern ebenso zufrieden; sie war aus doppelten Gründen geboten, da dasgoldene Zeitalter Ludwig's XIV. nicht allein der Tod der ächten Antike,sondern auch des romantischen Mittelalters war. Auch über die italieni-schen Dichter wird man gern die allgemeinen Ansichten theilen, wie wenigman auch Befriedigung finden möchte; und auch was A. W. Schlegelder altdeutschen Literatur in verschiedenen Arbeiten zu Gute gethan, hatseine Wirkung gehabt und ist seines Dankes Werth. Was aber die beidenVertreter der englischen und spanischen Poesie angeht, so ist allerdingsdie Einführung und Uebersetzung, und die vielfache Bemühung um ihreAufnahme unter uns, die wir den Romantikern, trotz Allem, was frühergeschehen war, fast allein verdanken, bei weitem höher zu achten, alsihre Urtheile und Ansichten über sie. Was August Wilhelm in der dra-matischen Literatur über Shakespeare sagte, schien Solger'n gerade umso weniger zureichend, je gespannter man über das Urtheil des berühmtenUebersetzers sein mußte; er vermißte den freien richtigen Standpunktund wollte sich nicht mit der Bekämpfung der herrschenden Vorurtheilebegnügen lassen. Wie unendlich Vieles ist nicht im Einzelnen und Gan-zen von Franz Horn, von Tieck, von beiden Schlegel'n über diesesMannes Werke geschrieben worden! Wie oft ist über ihre Shakespearo-manie Klage geführt worden! Wie leicht hätten diese Klagen abgewandtwerden können, wenn nicht die Wärme für den großen Dichter entwederwirklich einseitig, oder doch oberflächlich geblieben wäre? Mit welcherLiebe ist A. W. Schlegel's Aussatz über Romeo und Julie geschrieben,