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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Romantische Dichtung.

wo von Poesie bei Schlegel gar nicht die Rede war, wo der Katholieis-muö zu seiner Empfehlung nicht mehr seiner ästhetischen Bestandtheilebedurfte, wo die Bibel nicht mehr Quelle der Phantasie bloö, sondernQuelle aller Weisheit überhaupt, ja geradezu aller Geschichte gewordenist. Denn hier machen wir nach Herder's physikalischer Begründung derGcschichtSphilosophie den Fortschritt zu einer orientalisch-religiösen; daödreifache göttliche Prineip bildet den inner» Eintheilungsgrund aller Ge-schichte: daö Wort, das Vorhandensein einer ursprünglichen Offenba-rung; die Kraft, die Ausbreitung des Christcnthums als Anfang undKraft eines neuen Lebens; und das Licht, der Vorrang der neuerneuropäischen Geistesbildung. Die alte heidnische Welt fällt hier ganzweg und wird behandelt wie von einem Theologen des 17teu Jahrhs.;in die mosaische Schöpfungsgeschichte wird, wie es die Theologen auchheute wieder zu verlangen Miene machen, die Natur und Geschichte hin-eingetragen, eine Verwirrung, aus der schon Baron eine phantastischePhilosophie und eine ketzerische Religion hervorgehcn sah. Das Werkbaut sich ganz auf Stolberg's Religivnsgcschichte auf, deren Lob auchnicht vergessen ist; den Standpunkt unserer gewonnenen Bildung ver-leugnet cs ganz. Es ist nicht Philosophie der Geschichte; cs ist Religionder Geschichte, wie Schlegel sagt; cs ist vielmehr darin die Geschichtedem Christenthum geopfert, und was ein vereinzeltes Glied der Geschichteist, soll ihre Seele werden. Wie sollte auch der eine Philosophie derGeschichte liefern, der an einem Gesetze in der Geschichte selbst zu ver-zweifeln gesteht, und dem die Zulassung des Bösen ein unlösbaresRäthsel war! Wie glänzend also dies Werk und die verwandte Philoso-phie des Lebens (1828) in der katholischen Literatur dastcht, so würdeman sich doch dadurch keineswegs versucht fühlen, anders von den Wir-kungen des Katholicismus auf die Freiheit des Geistes und auf alle lite-rarische Thätigkeit zu urtheilen, als wir uns bei jeder neuen Gelegenheit,weder zu unserer Freude, noch zu unserer Erbauung gemüßigt sahen.Vielmehr machen wir sogar bei dem bloßen äußerlichen Vortrage dieselbeErfahrung wie bei Weruer's letztem Drama. Bei diesem verleugnet sichzuletzt die errungene frühere Bildung in der Sprache ganz, und auch beiSchlegel ich jetzt der breitperiodige, schläfrige, feierliche Ton, die An-klänge an den Stil der Ritterromane in streng wissenschaftlichen Vor-trägen ein förmlicher Rückgang, wenn man die Helle Schreibart nament-lich in den kleinern Anfangsschriftchen damit vergleicht; ein Rückgang,den sich Jeder erklären kann, der den Einfluß der drückenden Atmosphäreeines unbewegten Staates und einer mechanischen Religionsübung