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Romantische Dichtung.
die unbedingte Hingabe an den Patriarchen der deutschen Dichtung vor-trefflich. Durch die Gründung der Universität, durch die Regenerationdes preußischen Staates, durch den Reichthum der Mittel, der dem gutenund einsichtigen Willen der Behörden zu Gebote steht, ist Berlin neuer-dings in der Mitte des literarischen Verkehres in Dcuschland geblieben,und zeigte noch ganz kürzlich, mit wie leichtem Griffe es die Kunst undPhilosophie und Dichtung in dem Nachbarstaate entwurzelt, wo dasAlles, von Laune und Obskurität gedrückt, nicht wahrhaft sestwachsenkonnte. — Auch Oesterreichs Dichtung und Theatergeschichte erhielt durchdie Romantiker eine neue Periode. Tieck's Einfluß reichte nach Wienherüber, wo die Brüder Collin gewisse Satzungen der neuen Schule an-nahmen, und wo sich eine verdiente Zeitschrift begründete, die seit langenJahren und noch heute die Hauptverkünderin aller romanischen undorientalischen Erscheinungen in der Poesie ist, und sich für unsere roman-tische Schule am beständigsten interesstrt hat. Das Drama ward hierwenigstens von einer gleichen Anzahl von Poeten angebaut wie in Ber-lin, und auch die Bühne selbst machte mehrfache versprechende Anstren-gungen. Leider dauerte aber der Druck, der aus dem Geiste lastete, fort,und die neuere wiener Lyrik (Lenau, Grün u. A.) hat sich ihren Namen,scheint es, nur erwerben können, indem sie sich dieses Druckes entledigte,sowie andererseits die ehrenhaften wissenschaftlichen Leistungen, die vonWien ausgingen, sich am natürlichsten in der romantischen Ferne desMittelalters und des Orients bewegen, wo sie jenen Druck nicht zu be-fürchten haben. In Sachsen dauerten die bisherige^ Verhältnisse fort.Diesem Lande wird es, so lange der Buchhandel hier seine Herrschaft be-hauptet, immer schwer bleiben, eine charakteristische, im innern WeseneigenthümlicheLitcratur zu besitzen; sie wird immer Gefahr laufen, mulla,nicht multum zu liefern. Auch in dieser Periode also haben keine anderenStädte in Deutschland so viel zu dem Tagesbedarf der Lesewelt bcige-steucrt, wie die sächsischen; auch Magdeburg, Berlin (Clauren), Brauu-schwcig iLafontaine) lieferten ihre Beisteuer, aber doch bedeutet dies we-nig gegen Leipzig und Dresden. Hier grnppiren sich die Fr. Kind, Th.Winkler, Engelhardt (Richard Roos), Rochlitz, Meth. Müller, Fischer,v. Witzlebcn (A. v. Tromlitz), Lindau, Fr. A. Schulze (Laun), Bergk,Miltitz, Graf Löben, Bronikowski und Andere zusammen, die unsereNnterhaltungS - und Journalliteratur vollständig vertreten können. InDresden hatten sich Tiedge und Ticck niedergelassen und bis auf dieneuere Zeit zwei getrennte Sekten veranlaßt; nur Tieck's Novellen reg-ten Achnliches in seiner Nähe an, auf die romantischen Neuerungen