Gemeinsame Thäligkeit.
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U Wohlgefallens an dem Elenden nnd des übelgerichteten Geschmackes," daß, nachdem die Gelegenheit und Aufforderung einmal gegeben war,die Erplosion ihres Zorns gegen all das Falsche und Geringe, das derächten Bestrebung entgegentrat, ganz natürlich war. Daher war ihr^ erster nnd Hanptgrimm gegen die Zeitschriften des alten Schlags ge-richtet, wo das neue Gute mit lauem nnd das alte Mittelmäßige mitlautem Lobe besprochen wurde. Und da sich nach der ersten Idee, nachder sie die rkenien, wie Schiller sagte, als eine Posse nnd Schabernackfür den Moment berechneten, jener Ueberfluß regte, der das Gefäßsprengte, so traf nun von da aus ihre Geißel mit konsequenter Schärfe! alle Philisterei nnd Schwärmerei, alle Leere und Abgeschmacktheit, alleMittelmäßigkeit nnd Plattheit, die sich mit ihrer Natürlichkeit entschul-digt; nnd Schiller'n verdroß unter den Entgegnungen, die sie spätererfuhren, nichts so sehr, als daß Einige, „die dem Erbärmlichen »ach-gelanfen waren, jetzt, wo man denselben zu Leibe ging, thaten, als obsic es blos geduldet hätten; daß sie es erst dem Guten entgegensetztenund dann sich stellten, als ob es grausam sei, es mit demselben ver-> gleichen zu wollen." Die papierene Saat jener Geschwindschreiber, die,
! wie die jetzigen, was sie gestern lernten, heute lehren, zu verderben,
sandten die zwei Heroen, die sich zusammen ein Heer dünkten, ihre Füchsemit brennenden Schwänzen aus; das Ungesalzene fühlbar zu machen,die Magenschwäche, die die wässrige Kost gemacht, zu heilen, konnten siekeine andere als scharfe Würze gebrauchen. Ihre ganze Richtung gingnur gegen das Neueste; wovon das Herz eben voll war, davon gingder Mund über. Des Alten ward nur in so weit gedacht, als sich un-würdige Nachfolger von Lessing und eine elende Kritik noch jetzt desselbenannahmen; die Geniejahre nnd ihre Angehörigen wurden bei Seite ge-lassen, nur die Aenderung der Centauren Stvlberg in ihre gegenwärtigeGestalt machte Einen einzigen Blick in jene Zeiten nothwcndig. HätteGöthe schon damals sich die Gestalt unserer Literatur so weit, wie nach-her in seinem Leben, znrechtgclegt gehabt, so würden wir einen Kreisvon Epigrammen erhalten haben, der uns selbst als literarhistorischeQuelle durch Umfang wie durch Schärfe unschätzbar geworden wäre.Aber auch so sind die Tenien absichtslos — was wieder von einer andernSeite noch unschätzbarer ist — zu einer Art Charakteristik der nächstenliterarischen Erscheinungen geworden. Wir könnten den Gang unsererDarstellung in den letzten Abschnitten daran erläutern, so ganz sind dieseAussprüche in dem strengen Sinne des Urtheils gemacht, das sich einMann bildet, der die Zeitereignisse schon als Geschichte ansicht und sich