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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
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Gemeinsame Thäligkeit.

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und den verfeinerten Kunstsinn. Eben in dieser Bereitwilligkeit der An-erkennung von Seiten Schillers lag aber der Weg zur Annäherung.Dennoch scheiterten lange die Plane und Versuche der gemeinsamenFreunde, eine solche zu vermitteln, an Göthe's Abneigung, der zwischenzweiGeistesantipvden" keine Vereinigung möglich fand. Was die Ab-sicht nicht herbeiführte, gelang dem Zufall. Schiller kehrte 1794 voneiner Reise in seine Heimat zurück, wo er mit Cotta den Entwurf zudenHoren gemacht hatte, für die erGöthe'n zu gewinnen dachte. Geradein diesem Zeitpunkte führte Beide ein zufälliges Zusammentreffen, dasGöthe selbst erzählt""), zu einem ernsteren Gespräche, in dem sich zwardie abstoßende, aber auch die anziehende Kraft der beiden verschiedenenPole kund gab. Die erste Unterhaltung drehte sich um die Natur, eineweitere, die bald darauf bei einem Besuche Göthe's in Jena erfolgte,um die Kunst; beidemale stellte sich die Grundverschiedenheit der Aus-gangspunkte beider Geister heraus; aber eS fesselte einmal die Bereit-willigkeit zur Auffassung und Verständigung, und dann die Ueberein-stimmung ihrer Ideen über Kunst und Kunsttheorie, die Beiden ganzunerwartet war. Dazu deuten Beide in verschiedenen Briefen mit ein-stimmigen Worten an, daß Göthe in seiner Vereinsamung ein Bedürsnißempfand sich anzuschließen, und einen Weg, den er bisher allein und*ohne Aufmunterung gegangen war, mit Schiller fortzusehen. In deri freudelosen Zeit, in der wir Göthe zuletzt verlassen haben, und später,i als ihm die Kriegsunrnhen die beabsichtigte italienische Reise (1797)

! zerschlugen, wäre eine Periode ähnlicher Nnthätigkeit, wie die frühere! zehnjährige in Weimar, vielleicht das Geringste gewesen, was erfolgt

i wäre, wenn er sich nicht Schiller'» genähert hätte; ec selbst gestand, daß

er nicht wisse, was damals ohne dessen Anregung aus ihm gewordenwäre"°). Schiller seinerseits, gerade im raschesten Lauf begriffen, den! Gipfel seiner historisch - philosophischen Laufbahn zu ersteigen, und un-i mittelbar darauf gerüstet, den Rückweg nach der Höhe seiner dichterischenin etwas bedächtigerem Gange zu nehmen, war, wenn er es auch nichtüberhaupt gewesen wäre, doch in dieser Zeit ganz geschaffen, den außer-ordentlichsten Antrieb zu geben. Als daher Göthe zur Mitarbeitung anden Horen nur erst die Hand geboten hatte, ergriff Schiller sogleich imwarmen Zudrang den ganzen Menschen, indem er in einem kühnerenBriese, der, je nachdem er ausgenommen wurde, eine engere Verbindung

85) Zur Morphologie.

86) Briefwechsel zwischen Göthe und Schultz, x. AS«