Philosophie. (Schiller.)
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Pflicht, bei diesem Standpunkte der Acsthetik Halt zu machen, wo seinGeschichtswerk inne hält. So aber sind wir reichlich überzeugt, daß diehier gewonnenen Resultate nicht zu überbieteu sind. Sie können geordnetund vervollständigt, beschränkt und erweitert, nie aber im Wesentlichenverändert werden. Die neuere Philosophie, die überhaupt aus dem gro-ßen Vortheile ein großes Verdienst gemacht hat, daß sie die Summeeiner überreichen bewegten geistigen Bildungsepoche, die sie ziehen konnte,gezogen hat, konnte auch vollständigere ästhetische Ergebnisse in systema-tische Einheit bringen, aber zu einem reineren Begriffe der Kunst konntesie nicht kommen. Die romantische Dichterschule konnte diese festen Nr-theile verflüchtigen und über den ganzen poetischen Wvltkrcis ausbreiten;man hatte das vorausgesagt, daß diese bahnbrechende Kritik eine Durch-sicht aller frühem Urtheile uöthig machen werde, und diese Prophezeiungbethätigten die Romantiker alsbald; sie konnten eine ganz neue Wissen-schaft der Literargeschichte auf diese Fingerzeige entdecken; sie konnten mitden hier entlehnten. Waffen den Meister selbst befehden: aber sie konntennichts Wesentliches Hinzuthun. Die ganze Welt erfüllte sich mit derUnterscheidung klassischer und romantischer Poesie, seit die Schlegel dieseJvee breit zu treten anfingen; eine Unterscheidung, von der man vorhernichts gewußt hatte. So sagte Göthe; der zwar in den Momenten seinerantiphilosophischen Laune die ganze metaphysische Periode Schiller's eineunselige nannte und Schiller'n selbst zu ähnlichen herabsetzenden Aeusse-rungen verführte, der es aber doch frühe und spät auerkauüte, daß hierder Grund zu einer ganz neuen Acsthetik gelegt war: denn er mußte eSals richtig bekennen, daß alle Synonymen, die man seitdem aufgefunden,hellenisch und romantisch, antik und modern, Volks- und Kunstgesang,sich dorthin zurückführen lassen, wo vom Uebergewicht realer und idea-ler Behandlung zuerst die Rede war. Das Aehnliche äußerte Wilh. v.Humboldt, der „über den Begriff des Schönen, über das Aesthetische imSchaffen und Handeln, über die Grundlagen aller Kunst und über dieKunst selbst in diesen Arbeiten alles Wesentliche enthalten fand, in einerWeise, über die es niemals möglich sein werde, hinauszngchen; der indiesem ganzen Gebiete kaum eine Frage für möglich hielt, deren richtigeBeantwortung sich nicht zu den hier aufgcstelltcnPrineipien hiuanfführenlasse." Die anregende Kraft dieser Aufsätze wirkte weit über die Grenzender ästhetischen Wissenschaft hinaus, denn die darin niedcrgelegten Sätzeumfassen die ganze Menschheit und sind für jeden Beruf und jede Wissen-schaft fruchtbar. Die Eigenschaft von Schiller's Dichtungen ist es.nicht,daß sie in dem Maße, wie die göthischcn, Ströme von Empfindungen